Krankenkasse zahlt nach Tierbiss im Zoo

Kinder lieben Tiere. Deshalb ist der Besuch im Zoo meist ein freudiges Ereignis. Sreichelzoos stehen bei den lieben Kleinen besonders hoch im Kurs. Aber: Trau, schau, wem! Auch ein kleines Tier kann böse beißen. Die Behandlungskosten muss dann die Krankenkasse übernehmen.

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„Alle Tiere mögen mich.“ Das ist die Ansicht des kleinen Jakobs. Davon ist er fest überzeugt. Und deshalb streichelt er auch alles, was so kreucht und fleucht. Besonders gern mag er Besuche in so genannten Streichelzoos. Da kann man nämlich auch mal was anderes bekuscheln außer Hund, Katze und Maus. So auch im letzten Sommer, als er die Ponys im Ponypark fütterte. Als sich das Miniross verschätzte und statt der Möhre, das kleine Fingerchen erwischte, liefen dem kleinen Jungen dicke Tränen vor Schmerz und Enttäuschung über die roten Backen.

Warnschilder beachten

Die ganze Geschichte ging glimpflich aus. Ein Besuch beim Arzt zeigte, dass das Fingerchen zwar schmerzhaft gequetscht war, dauerhafte Folgen aber nicht zu erwarten seien. Die Behandlungskosten waren hier natürlich gering, so dass die Frage der Übernahme gar nicht entstand. In anderen Fällen würde aber die Versicherung möglicherweise versuchen, die Kosten für die medizinische Versorgung vom Zoo zurückerstattet zu bekommen. Die Aussicht auf Erfolg ist je nach Falllage sehr unterschiedlich. Denn die Tierparks sehen solche Gefahren natürlich auch, und versuchen sich abzusichern. Daher finden sich am Eingang von Streichelzoos oder speziellen Gehegen meist Hinweisschilder, mit der Warnung, sich auch vor den vermeintlich harmlosen Tieren in Acht zu nehmen.


Urteil lässt Krankenkasse scheitern

In einem ganz konkreten Fall, der im Jahr 2009 passierte entschied nun das Gericht zugunsten des Tierparks. Hier wurde eine Frau vom wilden Affen gebissen. Die Dame betrat ein Freilaufgehege für Affen, das offen für Besucher ist. Ein Totenkopfäffchen sprang der Tierliebhaberin auf den Kopf, vor Schreck riss diese die Arme hoch und wurde in der Folge gebissen. Sie musste im Krankenhaus stationär behandelt werden, was immerhin 5.400 Euro kostete. Klar, die Versicherung wollte das Geld erstattet haben und klagte gegen den Zoobetreiber, also die Stadt. Der Krankenversicherer scheiterte vor dem Landgericht Magdeburg (Az.: 10 O 1082/10). Denn das drastisch bebilderte (blutender Finger vor schreiendem Affen) Hinweisschild mit dem Text: „Betreten auf eigene Gefahr. Affen sind sehr neugierig, können aber auch empfindlich zubeißen! Bitte Ruhe! Machen Sie keinen Lärm und keine hastigen Bewegungen! Hände weg! Auch kleine Affen können empfindlich zubeißen.“ warnte eindringlich. Der Besucherin sei daher ein 100 prozentiges Mitverschulden anzulasten. Die gesetzliche Krankenkasse musste die vollen Kosten übernehmen, der Zoo war entlastet.

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