Krankenkasse verweigert Zahlung von Magenband

Schlank muss man sein. Das ist gesund und schick. Das dachte auch eine stark übergewichtige Frau aus Dortmund. Sie wollte sich auf Krankenkasse ein Magenband einsetzen lassen, um so dauerhaft ihr Gewicht zu reduzieren. Die Kasse weigerte sich und das Sozialgericht gab ihr Recht.

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Dick zu sein, ist in vielerlei Hinsicht schwierig. Zum Einen ist eine umfangreiche Körperfülle ein gesellschaftliches Problem. Wer kennt es nicht: Eine dicke Frau holt sich einen Eisbecher und durch die Köpfe der Beobachter geht der Gedanke: „Klar, muss ja auch mit Sahne sein.“ Ablehnung und Spott steigen mit dem Gewicht der Betroffenen. Zum Anderen führt Übergewicht aber auch zu gesundheitlichen Problemen. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Probleme mit Rücken oder Knien sind häufig die Folge. Abnehmen ist hier ganz klar das Mittel der Wahl.

Sport und gesunde Ernährung

Was einfach klingt, ist in der Realität oft nur schwer zu bewältigen. Sport, gesunde Ernährung und Disziplin werden im Alltag schier unmöglich. Zumal die Dicken unserer Gesellschaft meist in einer ungesunden Spirale stecken. So ging es auch einer 49-jährigen Übergewichtigen aus Dortmund. Verschiedene Diäten waren für sie erfolglos geblieben, auch die, die in speziellen Programmen organisiert waren. Nun litt sie durch ihre Leibesfülle mit einem BMI von über 40 (normal 22 – 27) unter Diabetes (Zuckerkrankheit) und Wirbelsäulen- sowie Knieproblemen. Eine Magenverkleinerung durch das Einsetzen eines Magenbandes sollte die Lösung sein. Das sah auch ihr Arzt so und riet ihr zu dem Eingriff. Die Krankenversicherung verweigerte aber die Übernahme der Kosten. Vor der Operation sollte sie erst alle konservativen Möglichkeiten zur Gewichtsreduktion versucht haben. Die kranke Frau klagte.

Erst, wenn alles versucht wurde

Sie verlor. Denn das Sozialgericht Dortmund entschied zu Gunsten des Versicherers. All die Anstrengungen der Klägerin abzunehmen, würden noch nicht ausreichen, um das Einsetzen eines Magenbandes auf Kosten der Kasse zu rechtfertigen. Dem Gericht fehlte die Adipositastherapie (Adipositas – Fettleibigkeit) nach den Leitlinien zur Vorbeugung und Behandlung der Adipositas der Deutschen Adipositas-Gesellschaft. Erst sei eine langfristige Behandlung mit Bewegungs- und Verhaltenstherapie, an der Seite von Ernährungsfachkräften und mit ärztlicher Betreuung zu absolvieren, was die Klägerin nicht nachweisen konnte. Die Klage wurde also abgewiesen (Az.: S 40 KR 313/07). Grundsätzlich gilt: Zwar übernehmen die Krankenkassen die Kosten für operative Magenverkleinerungen, wenn diese medizinisch indiziert sind. Allerdings erst, wenn mit allen konservativen Methoden versucht wurde, zu erschlanken. Maßgeblich für die Gerichte scheinen hier tatsächlich die Leitlinien der Deutschen Adipositas-Gesellschaft zu sein.

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