Krankenhäuser Sparen auf Kosten der Patienten und Rehakliniken

Rehabilitationskliniken klagen, dass immer häufiger Patienten erst ein paar Tage von einer Wundmanagerin behandelt werden müssen, bevor sie überhaupt geeignet sind für Rehabilitations-Maßnahmen. Dies liegt daran das die Krankenhäuser die Patienten aus Kostengründen immer früher entlassen.

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Viele Patienten müssen nach der Entlassung aus dem Krankenhaus erst in Rehaklinik um sie wieder fit für den Alltag zu machen. Hierzu zählen vor allem Patienten die Operiert wurden und nach der Entlassung erst wieder lernen müssen, sich dem normalen Leben wieder an zu passen, indem sie zum Beispiel, lernen mit einer neuen Hüftprothese wieder zu gehen.

Studien des Instituts für Klinikmanagement

Das Ergebnis dreier Studien des Instituts für Klinikmanagement, durchgeführt von Professor Wilfried von Eiff, dessen Zahlen der „Welt am Sonntag“ vorliegen, hat ein paar erschreckende Tatsachen über die Situation der Patienten und Rehakliniken ans Licht gebracht. Die Studien wurden in den Jahren 2003 bis 2010 durchgeführt. Eine der Ergebnisse war, das Patienten heutzutage schon in einem viel schlechteren Gesundheitszustand in der Reha ankommen als das noch in 2003 der Fall war. Dies liegt aber nicht daran dass die Operation schlechter gemacht wurde, sondern daran das die Krankenhäuser die Patienten schon durchschnittlich vier Tage früher nach Hause schicken, Zeit die sie in 2003 noch hatten, sich unter ärztlicher Aufsicht in dem Krankenhaus zu erholen. Hierdurch hat sich die Zeitspanne zwischen Operation und Rehabilitation natürlich auch verkürzt und Komplikationen die die zu einer Rückverlegung ins Akutkrankenhaus führen haben sich verdoppelt.

Hauptursache ist das DRG System

Hauptursache für diese traurige Tendenz sieht Professor von Eiff vor allem das System aus Grundpauschalen und fallbezogenen Multiplikatoren(DRG System) welches im Rahmen der Reform des Krankenhauswesens in Deutschland, in 2004 eingeführt wurde. Dem System entsprechend bekommen die Krankenhäuser gleiches Honorar für vergleichbare Operationen, egal wie lange der Patient im Krankenhaus ist. Klar dass die Patientenabfertigung dadurch in eine Art Fließbandarbeit ausartet und der Patient früh möglichst entlassen wird.

Folgen für die Rentenversicherung

Was viele vielleicht nicht wissen ist das die Rehabilitation Berufsfähiger Patienten von der gesetzlichen Rentenversicherung und nicht von der Krankenkasse gezahlt wird. Zudem ist die Rentenversicherung oftmals Träger der Rehakliniken. Die Frage die sich jetzt stellt was für eine Auswirkung diese Wende, auf Kosten der Rehakliniken und der Rentenversicherung, die wir diesem DRG System zu verdanken haben und welche offensichtlich die Krankenkassen entlastet, haben wird, für die Rentenversicherung, die Rehakliniken und letztendlich für uns die wir ja in die Rentenkasse einzahlen.

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