Krankengeld – keine Berufsunfähigkeit

Wenn schon der Verdacht besteht dass jemand berufsunfähig ist darf die Versicherung die Zahlung von Krankengeld einstellen.

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Wer richtig krank wird und längere Zeit Krankengeld bezieht muss aufpassen, denn die Versicherung muss nicht unbedingt bezahlen, wenn jemand Berufsunfähig bzw. wenn schon der Verdacht auf Berufsunfähigkeit besteht.

Berufsunfähig im arbeitsrechtlichen Sinne nicht krank

Ist jemand berufsunfähig ist er im arbeitsrechtlichen Sinne nicht krank und bekommt demnach auch kein Krankengeld. Bei einer Krankheit kann damit gerechnet werden, dass der Versicherte bald wieder arbeiten kann, bei einer Berufsunfähigkeit eher nicht. Da kann man davon ausgehen dass die Berufsunfähigkeit endgültig ist. Ein Urteil aus dem letzten Jahr zeigt genau diese Problematik. Das OLG Koblenz (AZ:10 U 618/08). In diesem Fall hatte ein Mann jeden Tag 72 Euro Krankengeld bekommen und dies über 7 Jahre lang. Dann hat die Versicherungsgesellschaft die Zahlung an den Mann eingestellt, weil der Mann aus ihrer Sicht als berufsunfähig einzustufen war. Man könne nicht mehr erwarten, dass die Arbeitsfähigkeit des Mannes wieder hergestellt werden könne.´

Krankengeld – keine Berufsunfähigkeit

Der Mann klagte gegen die Versicherung und wollte dass man das Krankengeld weiter bezahle und er hatte auch vor dem LG Koblenz Erfolg, allerdings sah es das OLG Koblenz ganz anders. Die Richter sahen aufgrund der langen Erkrankung bei dem Mann den Verdacht das der Mann tatsächlich berufsunfähig war. Da die Versicherung bei einer dauerhaften Berufsunfähigkeit nicht mehr zahlen müsse, war die Einstellung der Bezahlung des Krankengeldes folgerichtig. Die Richter haben zudem noch darauf hingewiesen und dies ausdrücklich, dass es in solch einem Fall nicht notwendig sei, die Berufsunfähigkeit ärztlich festzustellen. Die Versicherung kann die Zahlung des Krankentagegeldes auch so einstellen, wenn der begründete Verdacht besteht.

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