Komasaufen: Eltern sollen zahlen

Komasaufen: Warum Jugendliche sich regelmäßig mit Alkohol förmlich abschießen, hat sicher die unterschiedlichsten Gründe. Tatsache ist, dass immer mehr der alkoholisierten Kinder in Krankenhäusern medizinisch versorgt werden müssen. Jetzt wollen die Politiker die betroffenen Eltern finanziell an der Behandlung mit in die Pflicht nehmen.

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Immer wieder liest man es in den Tageszeitungen. Jugendliche, ja sogar Kinder werden alkoholisiert aufgefunden. Nicht ein Bier hat für den Rausch gesorgt. Nein, harte Alkoholika führen zu komatösen Zuständen, die nicht selten lebensbedrohlich sind. In den letzten acht Jahren hat sich das Phänomen des „Komasaufens“ bei den zehn bis 20jährigen beinahe verdreifacht. Das geht aus einer Studie der Deutschen Angestellen Krankenkasse (DAK) hervor.

Werbung mit verantwortlich

Die Gründe für den übermäßigen und gefährlichen Alkoholkonsum schon bei Kindern, die zum Teil mit zehn Jahren noch im Grundschulalter sind, sind individuell sicher sehr verschieden. Da hängt in der Familie der Haussegen schief, der Gruppenzwang führt zum Trinken oder eine allgemeine Perspektivlosigkeit macht den Alkohol zum gefährlichen Retter in der Not. Eine andere Studie zeigt jetzt, das auch die Werbung wohl einen beachtlichen Teil dazu beiträgt, die Kinder zu Alkoholika zu verführen. Dennoch möchten verschiedene Politiker jetzt aber auch die Eltern wieder mehr in die Pflicht nehmen.

Vernachlässigte Aufsichtspflicht

Das soll – neben der Erziehungs- und Aufsichtspflicht – vor allem in finanzieller Hinsicht der Fall sein. Denn wird ein Kind oder ein Jugendlicher komatös und mit einer massiven Alkoholvergiftung in die Klinik eingewiesen, entstehen natürlich auch Kosten für die folgende und absolut notwendige Behandlung. Der CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn geht davon aus, dass in den Fällen des Komasaufens wohl die Aufsichtspflicht der Eltern vernachlässigt würde. Deshalb sollten die Erziehungsberechtigten dann auch einen großen Teil der Behandlungskosten tragen müssen. Derzeit übernehmen diese noch die jeweiligen Krankenkassen und Versicherungen.

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