Kerzen offenes Feuer – Haftung wer bezahlt Schaden?

Advent, Advent ein Lichtlein brennt. Was aber, wenn nicht nur die Kerzen, sondern die ganze Wohnung Feuer fängt? Welche Versicherung zahlt den Schaden? Und, kann sie die Haftung ablehnen?

Anzeige / Inserat

Und wenn das fünfte Lichtlein brennt, dann hat man Weihnachten verpennt. Brennt aber das Wohnzimmer, hat man ein echtes Problem. Und das kommt nicht selten vor. Im Gegenteil, alle Jahre wieder rücken in der Adventszeit, zu Weihnachten und an Silvester die Feuerwehren vermehrt aus. Unbeobachtete Adventskränze, Kerzen, offenes Feuer und vertrocknete Weihnachtsbäume – die Gefahr, die von den weihnachtlichen Dekorationsstücken und Devotionalien ausgeht wird oft verkannt. Die Frage nach der Haftung und wer den Schaden bezahlt ist durchaus berechtigt.

Advent, Advent, die Wohnung brennt
Klar wird schnell wie groß das Risiko ist, dass von einer unbeobachteten Kerze ausgeht, wenn man weiß wie heiß sie brennt. Direkt über der Flamme herrschen bis zu 750 Grad Celsius. Wenn diese Hitze auf trockene Tannenzweige trifft, knistert es nicht nur, nein, es brennt schnell lichterloh. Und ratzfatz ist dann nicht nur der Küchentisch hinüber, sondern die ganze Wohnung dahin. Glück hat der, der nicht noch Schaden an Leib und Leben nimmt. Trotzdem ist so ein Wohnungsbrand kein Spaß. Schließlich muss meist alles ersetzt werden. Wer sich dann an seine Wohngebäude-, Hausrat- oder Haftpflichtversicherung wendet, hat statt schneller Schadensregulierung oft auch noch Ärger am Hals. Denn natürlich versuchen die Versicherer häufig, ihre Leistungspflicht zu umgehen.

So urteilen die Gerichte So verweigerte eine Wohngebäudeversicherung die Leistung bei einem Wohnungsbrand und forderte den Vermieter auf, die Mieterin auf Schadenersatz zu verklagen. Diese ging zur Toilette während der Adventskranz brannte. Als es dann an der Tür klingelte und sie öffnete, sperrte sie sich aus. Es kam – wie es kommen musste – zum Brand. Der Vermieter schaltete seine Wohngebäudeversicherung ein, und die verfuhr wie oben erwähnt. Also ging der Vermieter vor Gericht und – verlor den Prozess. Denn das Gericht sah den Fall als menschliche Unzulänglichkeit und wertete das Verhalten nur als leichte Fahrlässigkeit (Az.: 7 S 4333/01). Auch im Fall eines anderen Brandfalls entschied das Gericht zugunsten der Brandverursacher. Eine Familie wollte Angehörige besuchen. Der Adventskranz brannte noch, der Vater und die Töchter drängelten, der Sohn hatte keine Lust. Kurz: Es herrschte der übliche Weihnachtswahnsinn. Im Stress bugsierte die Mutter den Sohnemann ins Freie und vergaß dabei, die Kerzen zu löschen. Der Rest ist Geschichte. Auch hier musste die Versicherung zahlen (Az.: 2 U 161/99).


Anzeige / Inserat

Ihre Gedanken...