Keine Versicherungsleistung nach Anzeigepflichtverletzung

Nicht nur bei der privaten Krankenversicherung müssen alle Angaben zum Vertragsabschluss der Wahrheit entsprechen und vollständig sein. Das gilt auch für alle anderen Versicherungen. Kommt ein Versicherer im Schadensfall einer sogenannten Anzeigepflichtverletzung auf die Spur, wird er nicht für den Schaden einspringen.

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Immer schön bei der Wahrheit bleiben und auch nichts verschweigen. Diese Maxime kennen wir alle im Bezug auf den Abschluss einer privaten Krankenversicherung. Wer bei der Risikoprüfung durch den privaten Krankenversicherer falsche oder unvollständige Angaben macht, riskiert nicht nur den Versicherungsschutz, sondern die ganze Versicherung. Ehrlich währt am längsten gilt aber auch bei allen anderen Versicherungsarten. Schon beim geringsten Verdacht auf eine Anzeigepflichtverletzung wird die Versicherung die Leistung verweigern. So gerade geschehen in Reichenbach im Vogtland.

Reichenbacher Paar versteht die Welt nicht mehr

Ein Brand hat das Leben einer Familie aus Reichenbach im Vogtland Ende März diesen Jahres völlig auf den Kopf gestellt. Ihr Haus in der Altstadt des Ortes wurde vollkommen zerstört. Aber, Glück im Unglück, das Ehepaar hatte eine Gebäudepolice abgeschlossen. Und siehe, der Versicherer erteilte sogar die Zusage zur Schadensleistung und bezahlte dem Paar über 1.500 Euro Übergangsgeld. Dem Wiederaufbau für an die 200.000 Euro stand also nichts mehr im Wege. Bis der Versicherer plötzlich beschloss, nicht nur die Leistungszusage zurückzunehmen, nein! er kündigte den Versicherungsvertrag und forderte das Übergangsgeld wieder.

Verbraucherzentrale bietet Schützenhilfe

Die Begründung für das derartige Verhalten der Versicherer: Das sächsische Paar hätte eine vorsätzliche Anzeigepflichtverletzung begangen. Zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung hätte das Paar bestätigt, dass das Haus – das letztlich wegen der Elektroanlage abgebrannt ist – kernsaniert wurde. Dabei sollten auch die Elektroinstallationen erneuert worden sein. Das würde aber nicht der Wahrheit entsprechen. Im Sachverständigenbericht wurden die Elektroinstallationen gar als DDR-Standard bezeichnet. Schlimm, für die betroffenen Sachsen, die die Welt nicht mehr verstehen. Aber, das Ehepaar hat sich nun an die Verbraucherzentrale gewandt und ist kampfbereit. Sie sagen, die Versicherung hätte Ende der 90er Jahre ein neues Angebot vorgelegt und die Vertragsänderung mit Kernsanierungsklausel forciert. Richtig informiert habe das Ehepaar aber niemand. Auf den Ausgang der Angelegenheit darf man gespannt sein.

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