Keine Versandkostenpauschale bei Rücksendung an Versandhäuser

Viele Versandhäuser bestehen darauf, dass bei einer Rücksendung von bestellten Waren eine Versandkostenpauschale zu zahlen ist. Diese Praxis ist laut Europäischem Gerichtshof nicht rechtens.

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Versandhandel ist trotz oder gerade wegen dem Internet für viele Berufstätige eine prima Möglichkeit einzukaufen ohne Bummeln zu müssen. Außerdem ist es natürlich gerade bei Kleidung prima, sie zu Hause anprobieren zu können. Man sieht gleich, die Hose passt zur neuen Bluse. Und hat man sich mal geschmacklich verirrt? Auch kein Problem, man schickt die Bestellung einfach wieder zurück. Viele Versender bestehen aber darauf, dass bei dieser Rücksendung eine Versandkostenpauschale zu zahlen ist.

Zeitlich eingegrenzt

Stellen Sie sich vor: Sie bestellen einen Kosmetikartikel für ca. zehn Euro, dazu kommen noch Versandkosten. Jetzt kommt das Paket an und Sie stellen fest, ne, das ist es alles nicht. Zum Glück kann man die ungeöffnete Ware ja zurückschicken. Also hat man ja nichts verloren, denkt man. Falsch gedacht, denn bisher kam es immer wieder vor, dass die bei der Bestellung angefallenen Kosten für die Zusendung von dem Händler entweder nicht zurückerstattet wurden oder aber auf die Bezahlung von ebendiesen bestanden wurde. Besonders ärgerlich ist das natürlich, wenn das Produkt sich preislich von den Versendekosten kaum unterscheidet. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfahlen sah das ebenso wie die verstimmten Kunden und strengte eine Musterklage beim Europäischen Gerichtshof an.

So urteilt das Gericht

Und hier wurde entschieden: Nach der europäischen Fernabsatzrichtlinie ist es – unter sehr besonderen Bedingungen – maximal rechtens, wenn der Kunde die Rücksendung selbst bezahlen muss. Denn weder gehört die so genannte Versandkostenpauschale zu den unmittelbar entstehenden Kosten für die Rücksendung, noch ist sie eindeutig vom Kauf selbst trennen. Deshalb jetzt die gute Nachricht für Verbraucher: Die Versandkostenpauschale zu berechnen ist bei einer Rücksendung der bestellten Ware unzulässig (Europäischer Gerichtshof Az.: C-511/08).

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