Keine Pflegestufe für Demenzkranke

Je älter wir werden, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit an einer Demenz zu erkranken. Ein eigenständiges Leben ist mit dieser Krankheit kaum möglich. Trotzdem gibt es für die Betroffenen keine Pflegestufe. Vorsorge ist schwierig, aber notwendig.

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Dank unserer modernen Medizin steigt die Lebenserwartung immer weiter. Im Verhältnis zu dieser demografischen Entwicklung, machen wir aber zu wenig Kinder. Was bedeutet, dass unsere Gesellschaft immer weiter überaltert. Und hier entsteht – neben vielen anderen Schwierigkeiten – ein Problem in der Pflege von den immer mehr werdenden alten Menschen. Die Leistungen aus der Pflegeversicherung werden da nur schwerlich ausreichen, um den Bedürfnissen gerecht zu werden. Vor allem demenzkranke Menschen haben es schwer. Sie werden in der Pflegeversicherung meist nicht berücksichtigt.

Finanzlücke klafft

Ein Test von „Finanztest“ macht jetzt klar, was auf die heute 50- bis 60jährigen versorgungsmäßig zu kommen könnte. Und das ist nicht wirklich schön. Laut Finanztest scheinen die zukünftigen Senioren in 20 bis 30 Jahren mit erheblichen finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Wer das Glück haben sollte, zu Hause versorgt zu werden, kann je nach Pflegestufe mit bis zu 2.200 (bei Stufe III, bei Stufe I ca. 500 Euro) Euro Finanzlücke rechnen. Bei den Betroffenen, die in einem Heim unterkommen liegt der Geldmangel bei 700 Euro für die Pflegestufe I, bei ca. 900 Euro für die zweite Stufe und „nur noch“ 1.200 Euro für schwerst Pflegebedürftige in Stufe III. Um diese Lücke zu schließen, muss man heute privat vorsorgen.

Waschen allein reicht eben nicht

Besonders wichtig ist das übrigens für Frauen, die heute kinderlos sind. Die Erfahrung zeigt, dass die sprichwörtlichen „alten Jungfern“ im Alter häufig tatsächlich ganz auf sich alleine angewiesen sind. Auf Hilfe von außen können sie meist nicht hoffen. Deshalb ist es für sie fast unumgänglich, privat vorzusorgen. Aber beim Abschluss von privaten Pflegeversicherungen muss man auf einiges achten. So sollte ganz klar eine Pflegetagegeldvereinbarung für den Fall einer Demenzerkrankung im Vertrag festgeschrieben sein. Die Eingliederung in eine Pflegestufe entfällt bei dieser Krankheit besonders häufig, weil viele der Betroffenen sich noch für eine lange Zeit alleine waschen und bekleiden können. Und damit fallen sie aus der Pflegeversicherung raus.

Genau informieren

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Vorgehensweise bei der Überprüfung der Pflegebedürftigkeit. Da gibt es einige Unternehmen, die sich der gesetzlichen Einstufung anschließen, andere aber erwarten regelmäßige Checks außerhalb der gewohnten Umgebung. Wer sich also privat pflegeversichern will, sollte sich genau informieren, um später nicht Mangel leiden zu müssen.

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