Keine Kostenübernahme von rezeptfreien Mitteln

Rezeptfreie Mittel müssen von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen werden. Auch dann gibt es keine Kostenübernahme, wenn das vor der Reform 2004 noch anders war.

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Bis zum Jahre 2004 war noch alles anders. Da hatte man Husten, Schnupfen und Heiserkeit, wackelte zum Arzt und der verschrieb – guten Mutes – Paracetamol, Hustenlöser, Infektmittel und und und. Tja, und dann kam die Gesundheitsreform. Seit diesem Zeitpunkt muss die gesetzliche Krankenkasse die Kosten für rezeptfreie Mittel nicht mehr übernehmen. Sie sind einfach aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Kassen rausgeflogen.

Bei Infekt kein Problem

Die meisten von uns haben sich daran zwischenzeitlich gewöhnt. Natürlich, wie viele Infekte hat man auch in einem Jahr und wie teuer sind die üblichen medizinischen, rezeptfreien Präparate schon. Die paar Euros kann man schon noch bezahlen. Anders ist das allerdings bei chronisch Kranken, wie z. B. die an Neurodermitis leidende Frau, die bis zum Bundessozialgericht ging, um an ihr Geld für die rezeptfreien Mittel zu kommen, die ihr bisher immer halfen. Hierbei handelte es sich um Salben und Badezusätze, die für die Patientin zur Basispflege im Rahmen ihrer Erkrankung gehörten. Bis zur Gesundheitsreform 2004 bezahlte die Kasse die Präparate noch. Danach war Schluss mit der Kostenerstattung – an die 500 Euro monatlich muss die Kranke nun selbst aufbringen.

Neurodermitis-Kranke scheitert vor Gericht

Wie so vieles, landete auch dieser Fall vor dem Bundessozialgericht, wo die Neurodermitis-Kranke scheiterte. Denn das Bundessozialgericht folgte den Erklärungen der Krankenkasse. Zwar hätten die Cremes eine arzneimittelgesetzliche Zulassung von 1961, die würde aber keinesfalls eine Kostenübernahme durch die Kasse erfordern. Der Ausschluss der Mittel sei im Übrigen verfassungskonform. Für die Klägerin ist das eine bittere Pille. Denn bis zur Klärung des Sachverhaltes hatte die Kasse die Kosten für die Salben übernommen. Allerdings nur vorläufig. Das heißt, die Patientin muss nun zehntausende Euros zurückzahlen (Aktenzeichen B 1 KR 24/10 R).

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