Keine Erwerbsminderungsrente für ungelernte Arbeiter

Wer als ungelernter Arbeiter seiner gewohnten beruflichen Tätigkeit nicht mehr nachgehen kann, aber eine andere Tätigkeit für mindestens sechs Stunden ausführen könnte, erhält keine Erwerbsminderungsrente. Az.: L3 R 510/06

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Seit vielen Jahren stand der Mann seinen Mann auf dem Bau. Er hatte sich in seiner langen Berufstätigkeit im wahrsten Sinne des Wortes hochgearbeitet. Sein Chef vertraute ihm und betraute ihn deshalb mit immer verantwortungsvolleren Aufgaben. Zum Schluss war er der Vorarbeiter und hatte die Aufsicht auf den verschiedenen Baustellen. Und dann fuhr es ihm böse ins Kreuz. Leider war das nicht nur ein Hexenschuss, sondern ein schlimmer Bandscheibenvorfall, der ihm das Arbeiten auf dem Bau in Zukunft nicht mehr möglich machte. Er beantragte eine Erwerbsminderungsrente. Diese wurde abgelehnt. Er verstand die Welt nicht mehr.

Krank, aber trotzdem leistungsfähig

So oder so ähnlich ging es auch einem Korrosionsschutz-Arbeiter, der von 1971 bis 2000 in diesem Bereich arbeitete. Leider verfügte er aber über keinerlei Berufsausbildung. Dennoch hatte er sich beruflich etabliert. Und dann wurde er krank. Der Arzt bescheinigte ihm, dass er aus gesundheitlichen Gründen nun eben nicht mehr als Korrosionsschutz-Arbeiter tätig sein könne. Der Betroffene beantragte daraufhin beim zuständigen Rentenversicherungsträger eine Erwerbsminderungsrente. Sein Antrag wurde – wie im oberen Fall – ebenfalls abgelehnt.

Der Versicherer ist im Recht

Die Begründung des Rentenversicherers bezog sich auf das ärztliche Gutachten, dass besagte, der Betroffene könne durchaus einer anderen, leichteren Tätigkeit wie z. B. der eines Pförtners nachgehen. Und nachdem der Antragssteller ja über keine Berufsausbildung verfüge, könne man ihn durchaus auf eine solche Arbeitsstelle verweisen. Natürlich sah der 1948 geborene Arbeiter das anders und klagte. Leider ohne Erfolg. Weder das Sozial- noch das Landessozialgericht waren auf seiner Seite. Sie urteilten so, wie der Rentenversicherer seine Entscheidung begründet hatte. Wer als ungelernter Arbeiter wohl seine gewohnte Tätigkeit aus Krankheitsgründen nicht ausüben kann, aber trotzdem noch mindestens sechs Stunden täglich in einem anderen Bereich leistungsfähig ist, muss sich eine andere Beschäftigung suchen (Az.: L3 R 510/06)


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