Kein Schmerzensgeld bei Vorerkrankungen

Unfallopfer, die Schmerzensgeld geltend machen wollen, bekommen dies nur, wenn die Schäden tatsächlich auf das Geschehen zurückgeführt werden können. Bei Vorerkrankungen machen KFZ-Haftpflichtversicherer einen Strich durch die Rechnung.

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Da gibt es Schlaule, die auch aus einem Unfall Geld machen wollen. Das ist bekannt. Der eingedellte Kotflügel bleibt solange bestehen, bis man das „Glück“ hat, zum Unfallopfer zu werden. Ist dann der vorgeschädigte Kotflügel hin, zahlt die KFZ-Haftpflicht des Unfallverursachers. Dass manche aber sogar versuchen aus körperlichen Schäden finanzielle Vorteile zu ziehen, ist für viele überraschend.

Wenn das Knie schon kaputt war …

Schleudertrauma, geprellte Knochen, gezerrte Muskeln – na, da kann man doch Schmerzensgeld verlangen. Das denken sich viele, die nur mittelramponiert aus einem Verkehrsunfall hervorgehen. So einfach geht es aber dann doch nicht. Denn die Versicherer unterscheiden klar zwischen körperlichen Gebrechen in Folge eines Unfalls und Beschwerden, die durch eine Vorerkrankung entstanden sind. Denn unnötig zahlen wollen auch die Versicherungsgesellschaften nicht. In einem Fall, der in Coburg vor Gericht landete, hatte das Unfallopfer denn auch zumindest in großen Teilen das Nachsehen.

gibt’s vom Versicherer nur wenig

Das Unfallopfer war als Fahrradfahrer an einer Tankstelleneinfahrt mit einem Fahrzeug zusammengestoßen. Schlimm für den Radler: Er musste danach mehrmals im Krankenhaus behandelt werden, sogar Knieoperationen ließen sich nicht umgehen. Den Schmerz lindern sollte dann ein hohes Schmerzensgeld, dass die KFZ-Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers bezahlen sollte. Die weigerte sich aber. Nach Ansicht des Versicherers sei nämlich nur ein Teil der medizinischen und operativen Therapien durch den Unfall notwendig geworden. Ein anderer Teil der Behandlungen sei wegen bereits vor dem Geschehen bestehenden Vorerkrankungen nötig geworden. Für diese und die daraus folgenden Unannehmlichkeiten fühlte sich die Versicherung verständlicherweise nicht zuständig. Das Landgericht in Coburg sah das ähnlich. Statt 20.000 Euro, die der Kläger eingefordert hatte, sprachen die Richter im lediglich ein Schmerzensgeld in Höhe von 2.000 Euro zu.

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