Kein Schadensersatz bei Duschunfall im Hotel

Wer nach dem Duschen ausrutscht, ist fast immer selbst schuld. Das sehen auch die Gerichte so. Selbst wenn der Unfall im Hotel passiert. Hier gibt es keinen Schadensersatz.

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Die Menschen kommen auf Ideen, es ist oft nicht zu glauben. Davon reden können vor allem Dienstleister wie Friseure, Einzelhändler oder Hoteliers. Immer wieder gibt es Kunden, die aus jedem selbstverschuldeten Missgeschick versuchen, Geld zu machen. Nicht selten landen solche Fälle dann tatsächlich vor Gericht. Dann kann man nur auf den gesunden Menschenverstand der Richter hoffen. Wie bei folgendem Duschunfall, der keinen Schadensersatz nach sich zog.

Badezimmerteppich gaukelt Sicherheit vor

Die Klägerin war Hotelgast und reinlich. Sie duschte in dem zum Hotelzimmer gehörenden Badezimmer. Als sie sauber genug schien, stieg sie aus der Dusche und rutschte auf den Badezimmerfließen aus und tat sich weh. Sie ärgerte sich. Allerdings nicht über sich und ihre Tolpatschigkeit, sondern über den Hotelier. Der hatte einen Badezimmerteppich ausgelegt und damit vermeintlich Rutschsicherheit vorgegaukelt. Gefehlt haben dem weiblichen Hotelgast dagegen Haltegriffe, an denen man sich sicher aus der Dusche hieven könnte.

Das Gericht folgt dem Hotelier

So argumentierte die Dame dann auch tatsächlich vor Gericht. Denn da landete der Fall des Duschunfalls. Schließlich hat, nach Ansicht der Klägerin, der Hotelier seine Verkehrssicherungspflicht verletzt. Das Gericht folgte der Klägerin nicht. Im Gegenteil, die Richter des Oberlandesgericht Koblenz waren der Meinung, dass Hotelbesitzer ihre Gäste schützen müssen, wenn das übliche Risiko der jeweiligen Anlage oder Gerätschaft über das „Normale“ hinausgeht und die damit zusammenhängende Gefahr für den Gast nicht ersichtlich ist. Im vorliegenden Duschunfall sei all das aber nicht gegeben. Die reinliche Hotelzimmer-Bewohnerin ging leer aus (Az. 1 U 243/11).

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