Kein gesetzlicher Unfallschutz bei Sturz vor dem Wohnbüro

Wer zu Hause arbeitet und beim Weg ins eigene Büro auf die Nase fällt, kann sich nicht auf den Unfallschutz der gesetzlichen Unfallversicherung verlassen.

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Gerade für Mütter mit Kindern ist es ein großes Glück, wenn sie zu Hause arbeiten können. Noch besser ist es für viele, wenn sie ihren Wunsch vom Geldverdienen selbstständig mit ihrem Traumberuf verwirklichen können. Klar, braucht man dann auch ein Büro, das man bestenfalls in die eigenen vier Wände integrieren kann. Was passiert aber eigentlich, wenn man hier einen Unfall hat? Haftet dann die gesetzliche Unfallversicherung?

Gebrochenes Sprunggelenk die Folge

Die gesetzliche Unfallversicherung springt immer dann ein, wenn ein Unfall auf dem Weg zum Arbeitsplatz, bei der Arbeit selbst oder auf dem Heimweg passiert.

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Aber ist es auch ein Wegeunfall, wenn man in den eigenen vier Wänden auf dem Weg ins Büro im Erdgeschoss stürzt?

Das dachte jedenfalls eine selbstständige Kauffrau, die im Parterre ihres Wohnhauses einen Büroraum nutzte. Diesen konnte sie sogar steuerlich geltend machen, da das Arbeitszimmer vom Finanzamt anerkannt war.

Nun geschah, was immer geschehen kann: Auf dem Weg ins Büro stürzte sie auf der Treppe, als sie – auf dem Rückweg ihres Ankleidezimmer im Obergeschoss – noch einige Unterlagen holen wollte, die sie für einen Bankbesuch brauchte. Die Folgen: Ihr Sprunggelenk war gebrochen.

Berufsgenossenschaft muss nicht zahlen

Nun war die Selbstständige schlau und war freiwillig in der Berufsgenossenschaft Miglied geblieben. Das sollte sich jetzt allerdings auch auszahlen. Also meldete sie den Unfall.

Die Berufsgenossenschaft aber sagte ganz klar NEIN.

Die Begründung: Der Unfall ist im privaten, häuslichen Bereich passiert und fällt damit aus dem Haftungsrahmen.

Die Kauffrau klagte gegen die Entscheidung und sie wurde enttäuscht.

Denn das Karlsruher Sozialgericht gab der Genossenschaft recht. Grundsätzlich beginnt der Schutz durch die Berufsgenossenschaft bei einer Tätigkeit erst, wenn der versicherte Arbeitnehmer die Wohnungstür nach außen durchschritten hat. Liegt das Büro in den Wohnräumen gilt die Bürotür als Außentür.

Soweit so gut. Damit die Versicherung greift, müssen also die Privaträume bereits verlassen worden sein.

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