Kauf im Internet – benutzte Ware zurückgeben

Interessantes Urteil zum Kauf im Internet, das BGH hat einem Käufer bei Fernabsatzverträgen zugebilligt erst mal die Ware zu prüfen und gegebenenfalls die benutzte Ware zurückgeben.

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Im Internet was kaufen, ausprobieren und wenn es nicht gefällt zurückschicken ist durchaus möglich. Sobald der Kunde den Kauf innerhalb von 14 Tagen widerruft darf der verkaufende Händler nichts für die Abnutzung der Ware verlangen.

Internetkauf Wasserbett

Ein Kunde hat im Internet ein Wasserbett bestellt für rund 1260 Euro. Als das Wasserbett angekommen ist, hat der Kunde das Bett mit Wasser gefüllt und auch darin geschlafen. Nach 3 Tagen hat es ihm nicht mehr gefallen und er hat beschlossen das Wasserbett zurückzugeben.

Verkäufer bestand auf Abnutzung

Der Verkäufer des Wasserbettes wollte dem Kunden allerdings nicht den vollen Kaufpreis zurückerstatten, weil das Bett nun auch schon benutzt wurde. Da das Wasserbett nicht mehr neuwertig war, wollte der Verkäufer nur noch 258 Euro dem Kunden zurückbezahlen. Der Kunde wollte sich das nicht gefallen lassen und klagte gegen den Verkäufer.


Urteil des BGH (Az. VIII ZR 337/09)

Der BGH gab dem Käufer Recht und verurteilte den Verkäufer zur vollen Rückzahlung des ursprünglichen Kaufpreises. Die Begründung des Gerichts ist durchaus interessant, denn der Bundesgerichtshof hat dem Käufer zugestanden dass er die Ware erst mal prüft und dann das Recht hat auch den Kauf zu widerrufen. Damit folgte der BGH der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs, die bei Fernabsatzverträgen den Verbraucher als besonders schutzwürdig einstufen. Im Ladengeschäft hat der Kunde die Möglichkeit die Ware zu prüfen, was bei einem Kauf im Internet nicht möglich ist.

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