Kassenpatient ist benachteiligt

Der Kassenpatient ist der benachteiligte Gesundheitsbürger. Das ist jetzt sogar erwiesen.

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Wir armen Kassenpatienten. Moderne, innovative Behandlungsmethoden bleiben uns verwehrt. Die Sprechstundenhilfen, Arzthelferinnen und Medizinisch Technische Assistentinnen sind schnell genervt von uns und zieren sich in der Terminvergabe für uns 2. Klasse-Patienten. Außerdem stehen in unseren Wartezimmern nur selten Kaffeeautomaten oder Wasserspender. Und auch das – beim Zahnarzt früher obligatorische – Aquarium steht jetzt auch im Aufenthaltsraum der Privatversicherten.

Alles nur Einbildung

So oder so ähnlich fühlen sich Kassenpatienten heute. Ganz egal ob beim Haus-, Zahn- oder Facharzt – wer nicht privat versichert ist, hat in der Therapie und im Umgang oft das Nachsehen. Wenn auch selten in dem oben geschilderten Ausmaß. Trotzdem, es ist schon so, dass man bei der Anmeldung oder Terminvergabe doch nach der Versicherung gefragt wird. Angesprochen auf die Benachteiligung erhält man dennoch immer die Aussage, das Empfinden sei subjektiv und würde jeglicher Grundlage entbehren.


Studie bringt die Wahrheit an den Tag

Dass dem nicht so ist, zeigt jetzt eine aktuelle Umfrage der AOK Rheinland/Hamburg. 800 Anrufe tätigten die beauftragten Mitarbeiter vor allem bei Praxen von Fachärzten. Sie baten um einen regulären Termin einmal als Kassenpatient, das andere Mal als Privatversicherter. Von zeitnaher Terminvergabe bei den gesetzlich Versicherten konnte in 25 Prozent der Testanrufe keine Rede sein. Lediglich acht Prozent der Privatversicherten mussten sich für einen Arzttermin in Geduld üben. Besonders deutlich wird das Ergebnis bei den Kardiologen, den Herzspezialisten. Hier dauerte die Wartezeit auf einen Termin für das Kassenmitglied durchschnittlich 71 Tage, das private Mitglied bekam bereits nach 19 Tagen einen Termin beim Facharzt. Selbstverständlich betrifft das Ergebnis nur „normale“ Termine und keine Notfallbehandlung.


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