Kapitalanlage keine Altersvorsorge – AWD vor Gericht

Eine Kapitalanlage in der Form ist keine Altersvorsorge, rund 800 Kunden verklagen den AWD.

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Für Laien ist es schwer bei Angeboten zur Altersvorsorge zu unterscheiden zwischen seriös und unseriös. Es wird da einfach oft dem Berater vertraut, der sympathisch ist und vielleicht noch mit der Familie über den letzten Urlaub spricht. Vermittler werden darauf geschult wie sie fragen müssen und auch wie sie zum Abschluss kommen. Der AWD (Allgemeine Wirtschaftsdienst) wird inzwischen von rund 800 Kunden verklagt.

Hohe Provisionen

Bei einer Bank müssen die Provisionen und Kickbacks offengelegt werden, bei einem Finanzdienstleister wie dem AWD ist das so nicht der Fall, allerdings darf die Provision nicht unangemessen hoch sein. Nun haben rund 800 Anleger den AWD wegen überhöhten Provisionen verklagt, weil sie von den Vermittlern auch nicht darauf hingewiesen worden sind.

Anlage in Medienfonds und Immobilienfonds

Den Kunden und Klägern wurde eine Anlage in Medien- und Immobilienfonds verkauft, diese Anlage lief über eine Tochter des AWDs. Die Kunden haben bei dieser Anlage große Verluste erlitten aber die Vermittler haben für die Anlage eine hohe Provision bekommen. Zum Teil waren es mehr als 15 Prozent der Kapitalanlage und genau da gibt es eine Rechtsprechung des BGH. Bei einer Provision über 15 Prozent des Anlagekapitals, muss der Vermittler den Kunden informieren über die Höhe der Provision. Das haben die Vermittler nach Angaben der Kunden versäumt und nun klagen die Kunden auf Schadensersatz. Laut AWD wurden aber die Kunden rechtzeitig über die Höhe der Provision informiert und deshalb sieht der AWD keinen Grund diese Kunden zu entschädigen. Die Höhe der Provisionen an die Berater ist allerdings auch noch strittig.

Entscheidung wird lange dauern

Der Kunde sagt so und der AWD sieht es anders, das bedeutet das Gericht wird tief in die Beweisaufnahme einsteigen müssen und wird auch sicherlich Zeugen vorladen. Es sollen zum Teil auch Prospekte über die Immobilienfonds erst nach dem Vertragsschluss dem Kunden ausgehändigt worden sein, dagegen behaupten die Anwälte des AWD, das die Prospekte vor Abschluss des Vertrages ausgehändigt wurden.

Fazit

Egal wie die Streitigkeiten ausgehen, wenn Finanzdienstleister am Tisch sitzen, sollte der Kunde grundsätzlich vorsichtig sein. Oft sind es Strukturvertriebe, wo viele Menschen an dem Abschluss verdienen, meistens der Vermittler unten am wenigsten. Diese Vermittler müssen auf Teufel komm raus verkaufen und haben oft selbst kaum Ahnung über das was sie verkaufen. Es gibt bei einigen Vertrieben vorgefertigte Verkaufsgespräche, die bis zum umfallen geschult werden und die in der Regel oder in 7 von 10 Fällen zum Erfolg führen. Der Kunde sollte sich das ruhig anhören aber niemals gleich eine Unterschrift unter den Vertrag setzen. Das ganze überschlafen und sich genau erkundigen, in was ich da investiere. Bei Medienfonds klingeln bei mir die Alarmglocken und bei Immobilienfond sind mir etliche Schließungen im Kopf, so wäre ich bei solchen Angeboten extrem vorsichtig.

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