Kann man die private Krankenversicherung abschaffen?

Nach den Diskussionen in den letzten Tagen über die private Krankenversicherung und deren Zukunft sind viele Vollversicherte aufgeschreckt und fragen sich ob man die PKV einfach so abschaffen kann?

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Durch die Diskussionen über eine Einheitsversicherung haben sicherlich einige Privatversicherte nachgedacht, ob es denn möglich ist einfach die private Krankenversicherung abzuschaffen.Und so gibt es noch einige weiterer Fragen, die sich Privatversicherte stellen: Wie bin ich dann versichert, wenn die PKV abgeschafft werden würde? Was passiert mit meinen Altersrückstellungen? usw.

Abschaffung ist verfassungswidrig

Die wiwo hat zu diesem Thema mit dem Chef der Debeka Uwe Laue gesprochen, der auch noch gleichzeitig Vorstand im Verband der privaten Krankenversicherung ist. Eine Abschaffung der privaten Krankenversicherung sieht der Debeka Chef als verfassungswidrig und betont auch dass die privaten Krankenversicherer sofort vor dem Bundesverfassungsgericht klagen werden Verfassungswidrig ist nach Herr Laue gerade dies mit den Altersrückstellungen, denn die gehören den Privatversicherten und bei einer Wegnahme käme dies einer Enteignung gleich. Die Verträge gegenüber den Kunden in der privaten Krankenversicherung müssen erfüllt werden, was bei einer Abschaffung der PKV bedeuten würde, dass es die PKV solange gibt bis der letzte Kunde gestorben ist, allerdings keine neuen Vollversicherten mehr nachkämen.

Viele wären dann auch arbeitslos

In dem Interview weist Debeka Chef Laue auch auf die Folgen für die Mitarbeiter der Krankenversicherer hin, denn bei einer Abschaffung der PKV gäbe es auch jede Menge Menschen in Deutschland die dann entlassen werden müssten. Die PKV abzuschaffen ist also nicht so einfach und man kann davon ausgehen, dass die Versicherer auch sofort klagen würden aber die Diskussion hat auf alle Fälle wieder dafür gesorgt, dass einige Politiker die Bürgerversicherung wieder ins Gespräch gebracht haben. Wichtig für Privatversicherte ist auf alle Fälle, dass man Ihnen nicht einfach die Altersrückstellung wegnehmen kann und man auch nicht über Nacht in eine Einheitsversicherung gesteckt werden kann.


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3 thoughts on “Kann man die private Krankenversicherung abschaffen?

  1. Kommentar Autor
    R. Hülswitt
    Ein Kommentar

    Sehr geehrte Leser,

    den oben ausgeführten Beitrag von Herrn Uwe Laue kann ich nur unterstützen und gehe noch einen Schritt weiter.
    In Bezug auf die Rente und der Krankenversicherung muß der Staat sich langfristig von dem Generationenvertrag lösen.
    Die privaten Krankenversicherer sind ohne Frage verbesserungswürdig, allerdings funktioniert das Kostenerstattungsprinzip auch in hundert Jahren und darüber hinaus noch einwandfrei, da jede einzelne Person einen Beitrag zur PKV leisten muß was auch richtig ist. Die GKV steht vor einem nicht mehr aufzuarbeitenden Schuldenberg und leistet sich noch eine kostenfreie Familienversicherung. Genau dieser Punkt reitet die GKV immer tiefer in die Schulden.
    Ein gutverdienender Angestellter muß über 600 € pro Monat in dieses System einzahlen was m.E: nicht richtig ist. Etwas mehr als die Hälfte würde ausreichen. Jedoch sollte auch jede nicht berufstätige Hausfrau und jedes Kind auch einen Mindestbeitrag ins System entrichten, so käme gerechterweise mehr Geld ins System und würde für viele Schmarotzer das Aus bedeuten. Das Prinzip der PKV wäre für alle das Richtige, so würde jeder einen definierten Beitrag zahlen müßen. Über die Höhe der GOÄ sollte diskutiert werden. Ich bin der Meinung, das auch 2,8 oder der 3 – fache Satz für alle ( auch die Ärzte ) ausreichen würde.

    Den gleichen Systemwechsel benötigt die Rentenversicherung. Heute wird die Erhöhung von Kindergeldern diskutiert was m.E. nicht wirtschaftlich ist. Bei einem Großteil der Familien werden diese Gelder nicht für das Kind verwendet, vielmehr fällt die nächste Leasingrate für „Papas Auto“ höher aus weil mehr in der Kasse ist. Ohne den Statt zu belasten könnte man die Rente für unsere Kinder zum großen Teil sichern. Das setzt voraus, dass das Kindergeld z.B. um 15,-€ gekürzt wird. Die werdenden Eltern legen ebenfalls 15 € dazu. Wenn 30 € von Geburt an bis zum Rentenalter angelegt werden ergibt das 1.1 Mio Euro. Abzüglich der Inflation in dieser Zeit würde dieser spätere Rentner unserem Statt nicht mehr zur Last fallen. Dieses System muß allerdings über sechs Jahrzehnte eingegliedert werden. Es soll nur eine Anregung sein, aber eines ist sicher: so wie die Regierungen arbeiten bewegt sich nur sehr wenig und unseren Kindern kann keine Zukunft prognostiziert werden.

    mfg

    Reinhard Hülswitt

  2. Kommentar Autor
    Rainer
    Ein Kommentar

    Nachdem ich vor 25 Jahren in die private Krankenversicherung gewechselt bin und mich über die geringeren Beiträge bei deutlich besseren Leistungen gefreut habe würde ich es heute nicht wieder tun.
    Ich werde demnächst in Rente gehen und dann mit ca. 600 Euro im Monat (plus Selbstbeteiligung) etwa ein drittel meiner Rente für die Krankenversicherung zahlen dürfen. Außerem haben sich in den letzten Jahren auch die Leistungen verschlechtert. Somit war der Wechsel damals gut, im Alter kommt aber trotz der so genannten Alterstrückstellungen der Hammer mit extrem hohen Beiträgen. Insofern sollte sich jeder den Schritt zum Wechsel noch gründlicher überlegen.

  3. Kommentar Autor
    Udo M.
    Ein Kommentar

    Also sind wir mal wieder so weit! Inhaltlich sinnvolle Aussagen vor der Bundestagswahl mögen die Mehrheit der Spitzenpolitiker nicht von sich geben…weshalb auch? Die Erfahrungen der Wähler zeigen doch, dass Wahlversprechungen nach der Wahl einfach schamlos „gekippt“ werden, so als hätte man sie garnicht ausgesprochen! Da bietet sich doch die Thematik private Krankenversicherungen in die gesetzliche KV zu „vereinnahmen“ („Enteignung!) an, um in die grosse Mehrheit der Bevölkerung „Neideffekte“ zu streuen. Nach dem Motto…“ wir sind so sozial und wollen alle gleich stellen“…. Keine Bevorzugung einer Minderheit!
    Diese Politiker sollten sich mal in ein Wartezimmer eines Allgemeinmediziners setzen (mein Hausarzt bevorzugt mich bezüglich der Wartezeit gegenüber den gesetzlich Krankenversicherten nicht – worauf ich auch Wert lege!). Die Leute „überschlagen“ sich in ihren Äusserungen, welche Gerätemedizin in hohem Umfang bei ihnen im Krankenhaus usw. durchgeführt worden sind. Sie sind stolz darauf. Kein Aufwand ist hoch genug….Ich möchte in solch einem Einheitstopf der Verschleuderung von Geldern nicht integriert werden!!!

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