Jugendliche Bankgeschäfte – was ist erlaubt?

Die Kinder von heute, sind die Kunden von morgen. Das wissen auch die Banken und versuchen Konten, Sparbücher und sogar vermögenswirksame Anlagen an die Jugend zu bringen. Die sind aber nur in engen Grenzen wirksam.

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Das eigene Konto, das ist schon was. Mit einer eigenen Bankkarte, da fühlt sich der 15jährige gleich mal zehn Jahre erwachsener. Die Banken wissen das und bewerben die Kinder massiv. Schon zur Einschulung mit sechs Jahren verteilen Bänker fünf-Euro-weise Startguthaben für Sparbücher und Co. Und ja, es ist sinnvoll, wenn die Kleinen schon frühzeitig lernen, mit Geld umzugehen. Sparen für die größeren Wünsche kann nicht falsch sein. Ob Jugendliche allerdings wirklich schon Anlagegeschäfte tätigen müssen, ist doch fraglich. Und dafür brauchen sie auch die Erlaubnis der Eltern oder des Vormundes.


Beschränkt geschäftsfähig

Bis die lieben Kleinen nicht sieben Jahre alt sind, sind sie in keinster Weise geschäftsfähig. Das gilt auch für den Einkauf im Kiosk nebenan. Im Klartext bedeutet das: Kauft der sechsjährige Nachwuchs ein Taschenbuch, mit dem die Eltern nicht einverstanden sind, können sie es selbstverständlich zurückgeben. Ab dem siebten bis zum 18. Geburtstag gelten Kinder als beschränkt geschäftsfähig. Das heißt, der Vertrag darf für das Kind oder den Jugendlichen nur rechtliche Vorteile bringen. Oder aber das Geschäft wird im Rahmen des „Taschengeldparagraphen“ geschlossen. Dazu zählen z. B. Einkäufe, die bar bezahlt werden und altersgerecht und taschengeldtypisch sind. In allen anderen Fällen müssen die Eltern mit dem abgeschlossenen Vertrag einverstanden sein.

Nicht ohne meine Eltern

In der Regel sind Bankgeschäfte damit für Kinder und Jugendliche ohne das Einverständnis der Eltern erledigt. Sie dürfen nicht einmal ein eigenes Girokonto eröffnen. Haben Papa oder Mama in die Kontoeröffnung eingewilligt, können die jugendlichen Bankkunden selbstverständlich nicht einfach ihr Konto überziehen. Hier müssen die Eltern gehört werden. Eine Ausnahme bilden hier Sparbücher. Die können zur Verwaltung des Taschengeldes eingerichtet werden. Und auch das Abheben ist für den Sparbuch-Inhaber dann kein Problem, solange es sich um vernünftige Beträge handelt. Haben sich auf dem Sparbuch allerdings mehrere tausend Euro angesammelt, darf auch ein 17jähriger nicht einfach alles leer räumen. Auch wenn es ihm nicht gefällt, er braucht hierfür die Erlaubnis seiner Eltern.

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