Immer mehr Menschen erhalten Hartz 4 statt ALG 1

Immer mehr Menschen, die arbeitslos werden, erhalten keine Leistungen nach der Arbeitslosenversicherung. Sie werden direkt zu Hartz 4-Empfängern. Die Gründe hierfür sind vielfältig.

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Je nachdem in welcher Region Deutschlands man lebt, variiert die Zahl der Arbeitslosen massiv. Während in Baden-Württemberg die Arbeitslosenquote eher gering ist, liegt sie im ostdeutschen Outback im hohen zweistelligen Bereich. Ganz egal aber wo, wie viele Bürger keine Arbeit haben, ein Spaß ist das in der Regel nicht. Vor allem dann nicht, wenn man nach einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nicht mal ALG 1 bekommt, sondern direkt in die Grundsicherung Hartz 4 schliddert. Und der Gründe hierfür gibt es viele.

Vollbeschäftigung – ein Traum

In unserem Land kämpfen die Politiker eigentlich schon immer um so was wie die Vollbeschäftigung. Alle Menschen haben Arbeit. Jeder kann seinen Lebensunterhalt selbst erwirtschaften. Was für eine Vorstellung. Und ein Traum. Damit aber niemand, der arbeitslos wird, ohne Geld da steht, gibt es die Arbeitslosenversicherung, die Pflicht ist für jeden angestellt Arbeitenden. Nun zahlt man hier also als Arbeitnehmer – und Arbeitgeber – ein, und steht trotzdem ohne Versicherungsschutz da, wenn denn die Arbeitslosigkeit kommt. Jeder vierte Arbeitslose in 2011 hat trotz Einzahlung in die Versicherung kein ALG 1 erhalten. Das hat der Deutsche Gewerkschaftsbund errechnet. Wie das?

Stabilität der Arbeitsplätze wackelt

In unserer heutigen Zeit, nimmt die Stabilität eines Arbeitsplatzes immer mehr ab. Kaum einer, der noch so wie früher über viele Jahre den gleichen Job beim gleichen Arbeitgeber macht. Da gehen Unternehmen pleite, werden umstrukturiert oder dem Chef gefällt die Nase nicht. Oder aber – und hier ist die Situation besonders kritisch – man arbeitet bei einer Zeitarbeitsfirma. Das Problem ist, dass man heute innerhalb von 24 Monaten mindestens zwölf Monate in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben muss, bevor man Anspruch auf Alg 1 erhält. Für viele ist diese Hürde schon zu hoch. Deshalb fordert der DGB jetzt, dass die Dauer für die eingezahlt werden muss wieder auf 36 Monate verlängert wird sowie die Dauer der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung vor Leistungsanspruch auf sechs Monate gesenkt wird. So könnten auch in unseren unsicheren Zeiten wieder mehr Betroffene zu ihrem Recht kommen.

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