Hautkrebs als Berufskrankheit – Berufsunfähigkeitsversicherung

Viele Menschen arbeiten im Freien. Das ist gerade bei der immer stärker strahlenden Sonne ein Risiko. Denn die Hautkrebsgefahr steigt von Jahr zu Jahr. Und trotzdem gilt die schwere Erkrankung nur bedingt als Berufskrankheit.

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Langsam steigen die Temperaturen wieder in den zweistelligen Bereich. Die Blumen blühen, die Bäume schlagen aus, Motorräder und Cabrios werden aus den Garagen geholt und die Bauarbeiter ziehen endlich wieder ihre T-Shirts aus und arbeiten oberkörperfrei. Das mag der oder die eine oder andere ganz schick finden. Gesund ist es keinesfalls. Denn die massive Sonneneinstrahlung auf die blanke Haut fördert die Entstehung von Hautkrebs. Wer daran erkrankt, kann oft nicht mehr oder nur eingeschränkt arbeiten. Und trotzdem gilt die Erkrankung nur bedingt als Berufskrankheit.

Auf Dächern und im Freien

Ganz eindeutig war Hautkrebs als Berufskrankheit bisher allerdings nicht erklärt. So z. B. im Falle eines Dachdeckers, der jahrelang auf den Dächern unserer Häuser herum geklettert ist, gebaut und repariert hat und sich und seine Gesundheit aufs Spiel gesetzt hat. Und tatsächlich, ein Hautarzt entdeckte an seiner Kopfhaut eine sogenannte aktinische Keratose, die als Vorstufe für Hautkrebs gilt. Für den Dachdecker war klar, dass die Erkrankung eine Folge seiner langjährigen Arbeit an der frischen Luft ist. Also meldete er sich bei seiner Berufsgenossenschaft zwecks Leistungsübernahme.

Wie-Regel der gesetzlichen Unfallversicherer

Die sagte frank und frei: Nein! Schließlich sei die Erkrankung aktinische Keratose genauso wenig in der Berufskrankheiten-Verordnung aufgelistet wie der Hautkrebs selbst und würde daher nicht zur Leistungspflicht der Berufsgenossenschaft führen. Das Sozialgericht Aachen sah das anders und urteilte: Auch wenn die Krebsvorstufe oder der Hautkrebs selbst nicht im Katalog der Berufsgenossenschaften stünde, so bestätigen doch Ausnahmen die Regel. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn im Rahmen von gesetzlichen Unfallversicherern wie der Berufsgenossenschaft gibt es die sogenannten „Wie-Berufskrankheiten“. Diese Regelung macht es den Versicherern möglich, auch nichtgelistete Erkrankungen wie eine Berufskrankheit zu betrachten und entsprechend zu handeln. Im Falle des Dachdeckers war es für die Richter gar nicht fraglich, dass die Hauterkrankung auf seine Berufstätigkeit zurückzuführen ist. Sie urteilten deshalb zu Gunsten des Dachdeckers (Az: S 6 U 63/10)


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