Hauptzoll treibt ausstehende Krankenversicherungsbeiträge ein

Kein Mitleid mehr mit säumigen Beitragszahlern. Die gesetzlichen Krankenversicherer schalten jetzt den Hauptzoll ein, um an ihre Kohle zu kommen.

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Die Krankenversicherer – ganz egal, ob gesetzlich oder privat – erleiden immer mehr Verluste durch säumige Beitragszahler. Klar, zum Arzt gehen sie alle, ihre Versicherungsbeiträge zahlen – naja, wenn’s finanziell noch drin ist. Verständnis dafür haben die Versicherer hier jetzt nicht mehr. Die gesetzlichen Krankenkassen haben kein Mitleid mit den säumigen Zahlern. Sie schalten jetzt den Hauptzoll ein, der die Gelder eintreiben soll.

Ist die Versicherungspflicht die Wurzel des Übels?

In Deutschland herrscht die Versicherungspflicht. Seit einigen Jahren gibt es in Deutschland niemanden mehr ohne Kranken- oder Pflegeversicherung. Die gesetzlichen Versicherer sind verpflichtet Mitglieder aufzunehmen, und sogar die privaten Versicherer können sich nicht vollständig gegen potentielle Versicherte wehren. Sie müssen sie zumindest im sogenannten Basistarif versichern. Allerdings zahlen nun – hüben wie drüben – einige Versicherte ihre Beiträge nicht oder nicht regelmäßig. Dadurch entstehen den Versicherern Schäden in Höhe von derzeit über 1,5 Milliarden Euros.

Rücksprache mit der Kasse halten

Diese Situation muss ein Ende haben. Deshalb geben die Krankenkassen jetzt immer öfter und immer mehr Fälle an die Hauptzollämter, die für das Eintreiben der ausstehenden Zahlungen zuständig sind. Waren es 2010 noch 1,3 Millionen Schuldenfälle, mit denen sich die Zollbeamten beschäftigen mussten, stieg diese Zahl im Jahr 2011 schon auf 1,6 Millionen an. Wie erfolgreich ihr Bestreben ist, wird sich noch zeigen. Denn viele der Schuldner würden ja gerne ihre Beiträge bezahlen, allein ihre finanzielle Lage lässt es nicht zu. Wer in finanziellen Schwierigkeiten steckt tut gut daran, sich mit seiner Versicherung ins Benehmen zu setzen. Diese sind häufig bemüht, die unangenehme Situation für beide Seiten zufriedenstellend zu lösen.

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