Hartz4: Kein Extrageld für neue Kleider

Was dem Nachwuchs letztes Jahr noch passte, ist diese Saison zu eng. Neue Klamotten müssen her. Auch Arbeitslose und Hartz4-Empfänger bleiben davon nicht verschont. Und müssen die Kosten selbst tragen. Denn für neue Kleider gibt’s bei Hartz4 kein Extrageld.

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Das kennt jede Mutter. Die lieben Kleinen und den Kummer mit Klamotten. Sind die Zwerge noch klein, wachsen sie unberechenbar. Nicht nur, dass je nach Jahreszeit die entsprechenden Kleider gekauft werden müssen; nein, schon während der Saison können das schon mal drei verschiedene Größen sein. Auch wenn der Nachwuchs dann größer wird, bleibt die Sorge ums Outfit erhalten.

Denn jetzt haben die Süßen auch noch Geschmack. Und das meist einen weniger Schönen, als Teuren. Da muss man den Kindern schon als Durchschnittsverdiener beim Einkauf Einhalt gebieten. Und auch bei den Kleinsten kaufen viele Mütter in Secondhand-Läden oder auf Auktionsplattformen im Internet ein. Für Erziehungsberechtigte mit Hartz4-Anspruch ist die Kleiderfrage aber häufig ein ernstes Problem.

Das Gericht hat entschieden

Das erlebte auch eine fünfköpfige Familie aus Nordrhein-Westfahlen und reichte Klage ein. Nun entschied das Bundessozialgericht am 23.03.2010 gegen die Familie. Die Begründung für das Nein im Urteil (Az.: B 14 AS 81/08 R) ist so einfach wie unmissverständlich: Das Wachstum von Kindern ist eine normale und natürliche Angelegenheit und muss daher vom Hartz4-Regelsatz bestritten werden. Dass der Satz für Kinder zu niedrig ist, wie das Bundesverfassungsgericht im Februar diesen Jahres entschieden hat, ändert daran erstmal leider auch nichts. Ob Frühjahr, Sommer, Herbst oder Winter; Kleider zahlen die Eltern der Kinder.

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