Haftung bei Nachbarschaftshilfe

Im Rahmen der unentgeltlichen Nachbarschaftshilfe ist der Helfende für die Folgen eines Unfalls nur dann haftbar zu machen, wenn der Unfall durch grobe Fahrlässigkeit oder Vorsatz geschehen ist.

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Eine gute Nachbarschaft will gepflegt werden und wenn alles gut funktioniert, so hilft man sich auch gerne untereinander. Sei es bei Gartenarbeiten, Renovierungen, beim gegenseitigen Kinderhüten oder Urlaubsversorgung des Haushalts. Das Ganze nennt sich Nachbarschaftshilfe und geschieht ohne Vergütung. Doch wer haftet eigentlich, wenn mal etwas passiert?


Unentgeltliche Nachbarschaftshilfe

Immer wieder kommt es vor, dass man sich in der Nachbarschaft bei Erledigungen oder handwerklichen Tätigkeiten hilft. Grundsätzlich gilt, dass wer unentgeltlich eine Nachbarschaftshilfe leistet, kann bei einem Unfallschaden nur im Falle der groben Fahrlässigkeit oder Vorsatz haftbar gemacht werden kann. Grobe Fahrlässigkeit bedeutet, dass man unentschuldbare Pflichtverletzungen über das gewöhnliche Maß hinaus begeht und Vorsatz, dass man etwas extra beschädigt oder Dinge unterlässt, die offensichtlich sind.


Gerichtsurteil des Oberlandesgerichts Stuttgart

Laut einem Gerichtsurteil des tOberlandesgerichts Stuttgart sei in solchen Fällen auch ohne ausdrückliche Vereinbarung zwischen den Nachbarn von einem stillschweigenden Haftungsausschluss auszugehen. Dieser stillschweigende Haftungsausschluss entsteht, wenn der Nachbar um etwas bittet und der andere zustimmt, diese Dinge zu erledigen. Selbst bei schweren Unfallfolgen tritt dieser Ausschluss ein (Az: 13 U 223/07). Zu diesem Urteil führte das Gericht eine Schadensersatzklage einer Frau, deren Nachbar dem Ehemann der Frau mit einem Minibagger bei Grundstücksarbeiten geholfen hatte, ohne Geld dafür zu verlangen. Ein schwerer Unfall geschah und der Ehemann wurde durch einen Schlag mit dem Ausleger des Baggers bei einer Drehung getötet.

Bedienungsfehler Unfallursache

Zwar legte das Gericht einen Bedienungsfehler des Baggerführers als Unfallursache zu Grunde, jedoch lag für eine Haftung durch den Nachbarn keine rechtliche Grundlage vor. Diesem könne man höchstens eine leichte Fahrlässigkeit vorwerfen und daher sei eine Haftung ausgeschlossen.

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