Gleiches Medikament aber teurer – PKV-Versicherte zahlen drauf

Medikamente sind für privat Versicherte teurer als für die Mitglieder einer gesetzlichen Krankenversicherung. Darüber ärgern sich nicht nur die Versicherten, sondern auch die Versicherer.

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Gleiches Recht für alle, oder? So sollte man zumindest meinen. Täuscht aber. So zum Beispiel bei den privat Krankenversicherten. Sie bekommen die gleichen Medikamente verschrieben, wie gesetzliche Kassenpatienten, zahlen dafür aber deutlich mehr. Gleiches Medikament, aber teurer? Wie geht das denn?

Das Tischdeckchen hat seinen Preis

Wer heute die Wahl hat, sich freiwillig gesetzlich zu versichern oder aber in eine private Krankenversicherung zu wechseln wird sich meist für die etwas teurere, aber vermeintlich bessere private Versicherung entscheiden. Schließlich, so die einhellige Meinung, ist man im Krankheitsfall hier besser versorgt. Man hat im Krankenhaus ein Einzelzimmer, Chefarztbetreuung, Tischdeckchen auf dem Tischchen und bekommt die besseren Medikamente. Oder etwa nicht? Zumindest im Arzneimittelbereich täuscht man sich hier schnell. Tatsache ist, dass die Privatpatienten zwar häufig die selben Arzneimittel verschrieben bekommen. Diese aber teurer bezahlen müssen als der gesetzlich versicherte Patient.

Private Versicherer begehren auf

So sind allein im Jahr 2010 die Medikamentenkosten in der PKV um 2,2 Prozent gestiegen. Die gesetzlichen Versicherer beklagen einen Anstieg von lediglich einem Prozent. Diese Preisunterschiede sind für den Laien kaum verständlich, handelt es sich doch in den meisten Fällen um die gleichen verschreibungspflichtigen Medikamente. Und bedenkt man außerdem, dass die Menge der Verschreibungen bei den Privaten deutlich gesunken ist. Die Erklärung für diesen Zustand ist aber sehr einfach: Die Unterschiede in der Preisgestaltung bei Medikamenten liegt zum einen daran, dass die gesetzlichen Versicherungen sechs Prozent Rabatt bei den Pharmafirmen erhalten – dieser soll sogar noch steigen. Zum anderen erhält der Kassenpatient im Gegensatz zum Privatpatienten in der Apotheke einen Zahlungsnachlass von 2,30 Euro, den sogenannten Apothekenabschlag. Diese Ungerechtigkeiten wollen sich die privaten Krankenversicherer nun nicht mehr gefallen lassen. Hier soll eine politische Entscheidung zur preislichen Gleichstellung herbeigeführt werden.

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