GKV teure Hörgeräte müssen bezahlt werden

Wer hören kann, der höre! Und wer es nicht kann, braucht ein Hörgerät – eventuell auch ein teures, und das muss dann die Krankenkasse zahlen.

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Gott gab uns Ohren, zu hören. Trotzdem, diese Gabe ist nicht jedem gegeben. Und damit meinen wir nicht nur kleine Jungs und große Männer, die auf Durchzug stellen, wenn Mutti ruft. Nein, es gibt Menschen, die krankheitsbedingt nicht hören können. Sie benötigen zur Bewältigung ihres Alltags ein Hörgerät – eventuell auch ein teures, und das muss dann die Krankenkasse zahlen.

Hörfähig durch den Alltag

So auch im Fall eines gesetzlich versicherten hörbehinderten Mannes, der seit seiner frühen Kindheit auf einem Ohr gar nicht und auf dem anderen Ohr nur sehr schwer hören konnte. Zur Bewältigung seines Alltags war er auf Hörgeräte angewiesen. Beim Hörgeräte-Akustiker probierte er die Hörhilfen aus, die von der Krankenkasse bezahlt würden. Diese reichten bei aller Liebe allerdings nicht aus, um hörfähig durch den Alltag zu gleiten. Vor allem dann, wenn die Umgebung sehr laut war, konnten die Vertragsgeräte ihrer Aufgabe nicht gerecht werden.

Wenn der Standard nicht ausreicht

Im Gegensatz dazu, waren teurere Geräte hierfür besser geeignet. Diese ließ sich der Hörbehinderte dann auch anpassen. Nun wollte die Kasse den höheren Preis natürlich nicht bezahlen und verlangte von dem Versicherten die Differenz zu den Vertragsgeräten selbst zu bezahlen. Der weigerte sich und letztlich landete der Fall vor dem Sozialgericht Detmold. Der Versicherte gewann; die Kasse musste zahlen. Die Erklärung: Zum einen sei der Versicherte auf die bessere Geräteversorgung angewiesen, da der Standard nicht ausreiche, zum anderen gilt der Akustiker als „Versicherungsgehilfe“. Die Versicherung hätte sich in die Entscheidung früher einmischen müssen und eventuell sogar den Medizinischen Dienst Krankenkassen (MDK) einschalten müssen.

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