Gesundheitsreform – Wechsel mit Altersrückstellungen gab es kaum

Bis zum 30.06.2009 gibt es das Wechselrecht in den Basistarif noch, doch der Wechsel mit Altersrückstellungen hat praktisch nicht stattgefunden, weil die Versicherer die Wechselmodalitäten mehr als unattraktiv gemacht haben.

Die Gesundheitsreform hat unter anderem den Bestandsverträgen in der privaten Krankenversicherung die Möglichkeit gegeben in einem Zeitfenster von 6 Monaten die private Krankenversicherung zu wechseln und dabei einen Teil der Altersrückstellungen mitnehmen zu dürfen. Nun endet diese Frist am Ende des Monats und einen Wechsel mit Altersrückstellungen gab es praktisch nicht und der Grund dafür hat die Welt treffend beschrieben mit dem Satz * Ein Wechsel ergibt schlicht und ergreifend keinen Sinn*.

Mit diesem Recht zu wechseln und sogar noch einen Teil der Altersrückstellungen mitzunehmen sollte laut der Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt ein echter Wettbewerb und den privaten Krankenversicherungen geschaffen werden. Bisher wurde es nicht mal ein laues Lüftchen, denn die Privatversicherte die diesen Weg gegangen sind kann man wohl an einer Hand abzählen. Die Sache an sich war nicht schlecht doch nachträglich haben die Versicherungen selbst darauf gedrängt die Wechselmodalitäten zu erschweren. Zum einen durfte nur ein Teil der Altersrückstellungen mitgenommen werden und zwar der welcher im Basistarif erwirtschaftet worden wäre, was rund 30 bis 60 Prozent der gesamten Altersrückstellungen sind.

Zudem muss der wechselwillige noch bei seiner neuen privaten Krankenversicherung für 18 Monate in den Basistarif. Dieser Basistarif hat Leistungen ähnlich der gesetzlichen Krankenversicherung aber er ist verdammt teuer, denn die meisten müssen den Höchstbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlen, also rund 570 Euro im Monat. Dazu muss man wissen dass ein Tarif bei der privaten Krankenversicherung mit Top Leistungen in der Regel viel weniger kostet als der Basistarif. In dem Bericht der Welt beschreibt es einer der jeden Tag damit konfrontiert wird mit dem Zitat “Diese Beschränkungen sind eine Verarschung der Verbraucher” und damit hat er zweifelsohne Recht.

Die Befürchtungen, die einige große Versicherer hatten, dass sie viele ihrer Kunden verlieren würden, waren mit den Beschränkungen, die sie selbst forciert haben, vom Tisch. In sehr vielen Fällen ist es für die wechselwilligen besser auf die Altersrückstellungen zu verzichten und damit auch dem Basistarif aus dem Weg zu gehen. Dies sollte man aber nicht ohne Beratung angehen, denn die Versicherer die am lautesten nach den Beschränkungen gerufen haben, taten dies nicht ohne Grund und dort will nicht jeder unbedingt eine private Krankenversicherung haben. Mehr dazu kann der Fachberater dem Kunden mitteilen.