Gesetzliche Unfallversicherung – bei Urlaub mit zu Pflegenden

Wenn man die eigenen pflegebedürftigen Verwandten pflegt, kann es auch zu einem gemeinsamen Urlaub kommen. Geschieht dem Pflegenden dann ein Unfall, sollte die gesetzliche Unfallversicherung einspringen. Das sieht auch das Gericht so.

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Durch Einsparungen aller Art, wird auch die Versorgung pflegebedürftiger Familienangehörigen vielerorts zu einer finanziellen Frage. Ist das verwandtschaftliche Verhältnis intakt, übernehmen Kinder oder Enkel die Pflege häufig auch selbst. Natürlich kann hier auch der Pflegende zu Schaden kommen. Z. B. bei einem Wegeunfall. Hier muss die gesetzliche Unfallversicherung einspringen – auch auf einer Reise. So hat zumindest vorläufig das Gericht entschieden.

Pflegeurlaub in Spanien

Zum Glück gibt es auch heute noch Kinder, die ihre Eltern im Alter aufnehmen und pflegen. Deshalb muss nicht jeder alte Mensch in einem Heim untergebracht werden. Das war auch im aktuellen Fall so.

Eine Frau pflegte schon seit einiger Zeit ihre Eltern, die immerhin Pflegestufe I bzw. Pflegestufe II hatten.

Das tat sie allerdings nicht erwerbsmäßig anerkannt. Nun begab es sich, dass die Eltern mit ihrer sie pflegenden Tochter in den Urlaub fuhren. Nach Spanien, wo sich die engagierte Tochter selbstverständlich weiterhin um ihre Eltern kümmerte. Auch dem Rückweg dann verunglückte die Tochter selbst.

Noch am Flughafen Düsseldorf brach sie sich den Oberschenkelhalsknochen – es wurde eine komplizierte Angelegenheit. Noch dazu, weil sich die Berufsgenossenschaft weigerte, den Unfall als Wegeunfall anzuerkennen und kostenmäßig einzuspringen.

Revision ist möglich

Das ließ die Tochter nun so nicht auf sich sitzen. Schließlich war sie im Urlaub dabei, um ihre Eltern zu pflegen und nicht, um sich Sonne auf den Pelz scheinen zu lassen.

Deshalb klagte sie und das Gericht gab ihr – zumindest vorläufig – Recht.

Denn in der Tat, sei die Entscheidung ob die Berufsgenossenschaft zahlen muss oder nicht, eine Frage des Motivs der „Pflegekraft“.

Das Gericht ging davon aus, dass die Tochter in erster Linie nach Spanien mitflog, um ihre Eltern zu pflegen, nicht um Urlaub zu machen. Außerdem sei sie am Flughafen auf dem Weg vom Ort der versicherten Tätigkeit (Spanien) zum Wohnort der Eltern gewesen – der Unfall sei deshalb als Wegeunfall zu werten. Nun heißt es trotzdem abwarten, denn noch kann die Berufsgenossenschaft in Revision gehen.

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