Genussscheine – Chancen und Risiken für den Anleger

Der Genussschein ist eigentlich eine typisch deutsche Anlageform. Durch das Abkommen Basel III wird dieser für die Banken unattraktiv und droht ganz von Markt zu verschwinden. Trotz aller Tradition also das Aus für Genussscheine.

Anzeige / Inserat

Genussscheine stellen eine Form der Unternehmensfinanzierung dar, die zwischen Eigenkapital und Fremdkapital steht. Sie können je nach Bedingung sowohl Eigenkapital als auch Fremdkapital sein. Genussscheine sind gesetzlich nicht geregelte Wertpapiere, die je nach Ausstattung mit einer Aktie oder einer Anleihe vergleichbar sind. Besonders für mittlere Unternehmen kommt diese Finanzierungsform in Betracht, weil diese Finanzierungsform keine Mitbestimmung oder Zustimmungsrechte zulässt. Sind bestimmte Kriterien wie Nachrangigkeit, gewinnabhängige Verzinsung, Verlustbeteiligung, und langfristige Dauer eingehalten, wird dieses Kapital als Eigenkaptal gewertet. Im Falle der Insolvenz oder Auflösung des Unternehmens werden die Ansprüche auf die Genuss- scheine erst nach allen Gläubigerforderungen befriedigt.
Genussscheine werden auch an den Börsen gehandelt.

Genussscheine verlieren ihre Attraktivität

Wer bislang Genussscheine erwirbt, bewegt sich zwischen einer Aktie und einer Anleihe zur Unternehmensfinanzierung. Hauptanteilseigner sind und waren Banken mit einen vergleichbar geringen Anteil privater Investoren. In der Regel konnte der Anleger auf eine jährliche gewinnbringende Verzinsung der Anlage rechnen. Da aber auch hier die Investitionsfreudigkeit zurückgegangen ist, scheint der Markt laut Managermagazin auszutrocknen.

Sollten Sie sich dennoch für Genussscheine interessieren, sollten sie auf Folgendes beachten:

Genussscheine werden meist nachrangig behandelt, dh. ihre Forderungen können sie erst nach allen anderen Gläubigern geltend machen.

Sie haben kein Mitsprache-oder Stimmrecht.

Steuerlich sind sie nur abzugsfähig, wenn keine Gewinnbeteiligung am Liquidationserlös besteht.

Die Emission ist an keine bestimmte Rechtsform gebunden.

Warum die Banken kein Interesse an Genussscheine haben

Egal wie Sie ihr Geld anlegen, ob in Genussscheine, Aktien oder anderen Kapitalanlagen, man sollte sich stets der Risiken bewusst sein. Ein Kapitel, das auch in Basel III angesprochen wird. Riskante Geschäfte der Banken sollen durch verschärfte Auflagen verhindert werden. Sicher ist dies ein Grund warum einige Banken die anlageform Genussscheine verlassen, wobei noch hinzukommt, dass die Banken in Zukunft dieses Geld nicht mehr zu ihrer Kernkapital-Quote hinzurechnen dürfen.

Anzeige / Inserat

Ihre Gedanken...