Friseur vor Gericht: Kein Schmerzensgeld wegen Unzufriedenheit

Nicht jeder Friseurkunde ist zufrieden. Immer mal wieder landet ein missglückter Coiffeurbesuch vor Gericht. Nur ein paar Zentimeter zu viel abgeschnittenen Haares reichen aber nicht aus für einen Schmerzensgeldanspruch.

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Wichtig für Friseure: die Betriebshaftpflichtversicherung; denn nicht immer ist der Kunde zufrieden. Allerdings, kommt es zum Gerichtsverfahren, stehen die Gerichte oft auch auf Seiten des Coiffeurs. Nur ein paar Zentimeter zu viel abgeschnittenen Haares reichen nicht für Schmerzensgeldanspruch. Das wächst ja wieder.

Versicherung nicht vergessen

Endlich selbstständig. So dachte die Friseurin in den besten Jahren. Nach Gesellen- und Meisterprüfung und jahrelangem Angestelltendasein mit Hungerlohn, war sie so froh, endlich ihr eigener Chef zu sein. Ihr Laden war klein aber fein und die Kundschaft ließ nicht lange auf sich warten. Nette Kunden, dachte sie noch an diesem Morgen. Und dann kam sie. Die Kundin der besonderen Art. Nichts war recht. Das Wasser zu kalt respektive zu heiß, der Kaffee zu bitter, das Shampoo zu scharf, die Spülung zu weich und der Haarschnitt am Ende natürlich nicht so, wie die Kundin sich das vorgestellt hatte. Da verlor auch die Friseurin die Nerven und setzte die Dame vor die Tür. „Das wird ein Nachspiel haben!“, schrie die Kundin. „Zum Glück bin ich versichert.“, dachte die Friseurin und lächelte.

Das wächst doch wieder

Die Friseurin hat gut lachen. Denn in einem ähnlichen Fall entschied das Gericht zu Gunsten des Friseurs. Die Kundin hatte in diesem Fall ihren Friseur gebeten zusätzlich zur Färbung ihr Deckhaar zu schneiden. Allerdings nur minimal, mehr als ein halber Zentimeter sollte nicht weg. Es kam wie es so oft kommt. Ein halber Zentimeter ist nicht immer ein halber Zentimeter. Hier war er deutlich mehr. Die Kundin stand zwei Tage später im Laden und beschwerte sich. Letztlich klagte die unglückliche Kunden auf Schmerzensgeld und verlor. Denn das Gericht war der – verständlichen –Ansicht, dass ein Schmerzensgeld nur dann in Frage kommt, wenn die Schädigung von Kopfhaut oder Haar dauerhaft ist (Az.173 C 15875/11, Amtsgericht München). Ansonsten gilt der alte Spruch: „Das wächst doch wieder.“

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