Fehlende Berufshaftpflicht kann Bußgeld zur Folge haben

Wer selbstständig ist, sollte eine Berufshaftpflichtversicherung abschließen. Das dient zum einen dem eigenen Schutz, zum anderen der Absicherung der Kunden. Im Falle eines Architekten hatte die Weigerung zur Versicherung sogar ein Bußgeld zur Folge.

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Wer sich selbstständig macht muss an vieles denken. Wie finanziere ich mein Unternehmen? Wo platziere ich mich am Markt? Wie ist die Konkurrenzsituation? Brauche ich Mitarbeiter? Nicht zuletzt sollte die Frage der notwendigen Versicherungen stehen. Neben der persönlichen sozialen Absicherung, wie Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung, muss man als eigener Chef auch an eine so genannte Berufshaftpflichtversicherung denken.

Sichert nicht nur den Unternehmer
Die Berufshaftpflichtversicherung sichert den Unternehmer ab, wenn was schief läuft. Sie springt bei allen Schadensfällen ein, die vom Personal verursacht werden, von Betriebsmitteln, aber auch durch oder auf dem Betriebsgelände inklusive dem Betriebsgebäude entstehen. Außerdem sind auch berufsspezifische Fehlleistungen versichert, wie z. B. Planungsfehler eines Architekten. Je nach Berufsgruppe und Branche sind die Berufsshaftpflichtversicherungen individuell unterschiedlich und auf die Bedürfnisse des Unternehmers abgestimmt. Sie zählt für Selbstständige zu den wichtigsten Versicherungen überhaupt. Unverständlich ist es deshalb, dass sich ein pfälzer Archtitekt beharrlich weigerte, eine solche Versicherung, die ihn und seinen Bauherren bei Schäden finanziell absichert, abzuschließen.

Gehört zur Berufspflicht Das der Archtitekt keine Berufshaftpflichtversicherung hatte, wurde erst klar, als eine seiner Auftraggeberinnen sich bei der Architektenkammer über Planungsmängel, die durch den Archtitekten entstanden waren, beschwerte. Ihre Nachfrage, ob der Architekt eine Berufshaftpflichtversicherung hätte, wurde verneint. Als er sich weigerte, für eine solche Absicherung zu sorgen, wurde ein Berufsgerichtsverfahren eingeleitet. Die Folge für den Beklagten war ein Bußgeld in Höhe von 1.000 Euro. Die Erklärung von Seiten des Gerichts war eindeutig: Da es bei Bauvorhaben in der Regel um richtig viel Geld geht, ist eine Berufshaftpflichtversicherung zwingend notwendig. Eine Mindestversicherungssumme von 1,5 Millionen für Personenschäden sowie eine Mindestversicherungssumme von 250.000 Euro für alle sonstigen Schäden müsse abgeschlossen werden. Eine solche Absicherung gehört nach Meinung der Richter zur Berufspflicht (Verwaltungsgericht Mainz Az.: BG-A 1/10 MZ).

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