Erklärung – So funktioniert ein P-Konto

Ab 01. Juli 2010 tritt das neue Gesetz zum Kontopfändungsschutz in Kraft. Zeitgleich kann man bei den Banken das neue P-Konto einrichten. Aber was ist das eigentlich und wie funktioniert es, dazu eine kurze Erklärung.

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So ganz ohne Schulden kommt heute kaum mehr jemand aus. Da wird das Auto geleast, der Flachfernseher finanziert und der Dispokredit ausgereizt. Wer regelmäßige Gehaltseingänge verbuchen kann und einigermaßen haushalten kann, kommt trotzdem meist gut über die Runden. So manche Durststrecke macht einem zwar das Leben schwer, aber läst einen finanziell nicht völlig verdursten. Anders ist das,wenn man unerwartet die Arbeit verliert, krank wird oder man sonstwie finanziell aus der Bahn geworfen wird. Dann wird es oft schwierig, den monatlichen Verpflichtungen nachzukommen. Schulden häufen sich, der Berg wird höher und höher, man kauft wieder auf Pump und und und. Die Spirale nimmt kein Ende mehr. Und dann kommen die Gläubiger.

Die Schuldenspirale

Wer Raten nicht mehr zahlen kann und Rechnungsaufforderungen in Ermangelung ausreichender Mittel links liegen lässt, wird schnell zum Gepfändeten. Ein probates Mittel der deutschen Rechtsprechung ist die Kontopfändung. Nach einem so genannten gerichtlich erwirkten Pfändungsbeschluss wird das Bankkonto im Rahmen einer Zwangsvollstreckung beschlagnahmt. Das kann Girokonten, Spar- und Termineinlagen betreffen. Nun wurde im Juli 2009 der Kontopfändungsschutz reformiert, die Änderungen treten dieses Jahr im Juli in Kraft. Teil der Reform war und ist das P-Konto, dass jede Person einrichten kann.


Der Pfändungsfreibetrag

Das neue Pfändungsschutzkonto gewährleistet, dass der Pfändungsfreibetrag von 985,15 Euro dem Schuldner trotz Kontopfändung erhalten bleibt. Das betroffene Konto wird nicht mehr gesperrt, so dass auch Überweisungen weiter abgebucht werden können. Bleibt von den 985,15 Euro ein Guthaben übrig, so ist dieses im Folgemonat ebenfalls geschützt. Der Pfändungsfreibetrag erhöht sich also. Woher das Geld auf dem Konto kommt, ist erst mal unerheblich. Damit sind auch private, freiwillige Leistungen von Seiten Dritter geschützt. Außerdem können durch diese Regelung auch Selbstständige vom Pfändungsschutz Gebrauch machen. Wer ein P-Konto haben möchte, muss dafür bei der Bank lediglich einen Antrag stellen, dann wird das normale Girokonto umgewandelt. Um Missbrauch vorzubeugen, ist nur ein P-Konto pro Person erlaubt.

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