Erhöhung Minijob – Altersarmut für Frauen vorprogrammiert

Der Minijob soll von 400 auf 450 Euro erhöht werden zum 1. Januar 2013, dazu soll auch automatisch ein eigener Beitrag in die Rentenversicherung fließen, wenn man dies nicht ablehnt.

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Der Minijob ist ein Job bis 400 Euro, bei der Arbeitnehmer dies netto ausbezahlt bekommt und nur der Arbeitgeber eine pauschale Abgabe von 30 Prozent bezahlt. Diese Abgabe fließt in die Renten- und in die Krankenversicherung. Nach 45 Jahren mit einem 400 Euro Job, kann man mit einer Rente von unter 200 Euro im Monat rechnen.

Die Erhöhung des Minijobs von 400 Euro auf 450 Euro plant aktuell die Koalition. Geht es nach dem Willen der Regierung tritt die Erhöhung ab dem 1. Januar 2013 in Kraft. Union und FDP haben sich darauf geeinigt die Grenze anzuheben, da es seit ungefähr 9 Jahren keine Erhöhung mehr gegeben hat. In Deutschland gibt es rund 7,4 Millionen Minijobber, davon sind fast 4,7 Millionen Frauen. Für rund zwei Drittel dieser Frauen ist der Minijob die einzige Einnahmequelle. Wenn man dann noch weiß das eine Frau mit einem Minijob von 400 Euro, den sie ein ganzes Leben lang ausgeübt hat, unter 200 Euro Rente im Monat bekommt, weiß man das für viele Frauen eine Altersarmut vorprogrammiert ist.

Beitrag zur Rentenversicherung

Laut dem Arbeitsministerium soll zu dem pauschalen Rentenversicherungsbeitrag des Arbeitgebers der eigene Rentenversicherungsbeitrag von 4,6 Prozent abgezogen werden. Wer dies nicht möchte muss das vorher anmelden. Bisher ist es so gewesen, das der Minijobber extra anmelden musste wenn er die Zuzahlung zur Rentenversicherung machen wolle. Mit der höheren Rentenversicherung will man eine Altersarmut vermeiden, allerdings wäre eine Abschaffung des Minijobs eher dazu geeignet Frauen vor der Altersarmut zu schützen.

Was ist ein Minijob?

In Deutschland gelten für Minijobs besondere Vergünstigungen, weshalb viele Arbeitgeber gerne darauf zurückgreifen. Bisher musste der Arbeitnehmer bei einem 400 Euro Job nichts abgeben, nur der Arbeitgeber musste pauschal 30 Prozent für Renten- und Krankenversicherung bezahlen. Unter bestimmten Umständen haben die Minijobber für den Arbeitgeber noch dazu den Vorteil das es im Krankheitsfall keine Lohnfortzahlung und gibt und auch kein Anspruch auf Urlaub besteht. Es gab im Dezember gegenüber dem Vorjahr rund 120.000 mehr Minijobber, insgesamt sind es seit dem Jahr 2003 rund 2 Millionen mehr Minijobber.

Union will Minijobs überprüfen

Da auch in der Politik erkannt wurde, dass viele Firmen Minijobber einsetzen um auch normale Arbeitsplätze abzubauen, will die Union den Minijob auf den Prüfstand stellen. Eine Arbeitsgruppe soll sich ab Herbst 2012 damit beschäftigen.

Altersarmut für Minijobber

Durch die Erhöhung von 400 auf 450 Euro und auch durch die geplante eigene Abgabe zur Rentenversicherung von 4,6 Prozent lässt sich die Altersarmut einiger Frauen nicht verhindern, man müsste sicherlich mehr über die Abschaffung der 400 Euro Jobs nachdenken. Eine Frau die bei einem 400 Euro Job 45 Beitragsjahre hinter sich bringt und nichts selber dazu bezahlt, bekommt nicht mal 150 Euro Rente im Monat. Wenn nun die Erhöhung des Minijobs kommt und auch der eigene Beitrag noch in die Rentenversicherung einbezahlt wird, liegt die Rente vielleicht knapp über 180 Euro im Monat. Viele dieser Frauen werden dann in der Rente auf die Grundsicherung zurückgreifen müssen, unabhängig ob der Minijob erhöht wird oder nicht.

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