Erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz – Zusätzliche Betreuungsleistungen

Selbst Menschen, die nicht in eine Pflegestufe der Pflegekasse eingestuft werden, haben Anspruch auf Leistungen der Pflegekasse. Bei erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz kann ein Antrag auf zusätzliche Betreuungsleistungen gestellt werden.

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Ein Mensch, der unter einer eingeschränkten Alltagskompetenz leidet, kann seinen Alltag nicht mehr vollständig selbständig regeln und planen. Er kann mitunter seine eigene Situation nicht mehr richtig einschätzen und daher auch nicht mehr adäquat handeln. An einer Demenz Erkrankte sind häufig genau in diesen Fähigkeiten einschränkt, was man nicht sofort bemerkt, da dies meist schleichend beginnt. Neu ist nun seit Mitte 2008, nach der Erneuerung des Pflegegesetzes, dass man Leistungen der Pflegekassen auch im Bereich der erheblichen eingeschränkten Alltagskompetenz nach dem Kostenerstattungsprinzip bekommen kann. Der Antragsteller muss hier in Vorleistung gehen und kann danach die Rechnungen bei der Pflegekasse einreichen.

Betreuungsleistungen

Hierbei werden Betreuungsleistungen im Rahmen der Kurzzeitpflege, Tagespflege und ambulanten Anbietern sowie auch niedrigschwellige Angebote nach Antragstellung erstattet werden. Allerdings müssen die Angebote qualitätsgesichert sein und um auch wirklich eine Zahlung von der Pflegekasse zu erhalten, sollte man die einzelnen Angebote vorab mit der Pflegekasse besprechen. Das Besondere bei diesen zusätzlichen Betreuungsleistungen ist, dass sie sogar zusätzlich zu den Leistungen, die aus einer bereits festgestellten Pflegestufe resultieren, beantragt werden können. Stellt man nun einen Antrag bei der Pflegekasse, so wird ein Gutachter vom Medizinischen Dienst beauftragt, welcher im individuellen Fall feststellen wird, ob und im welchen Umfang eine erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz vorliegt und ob auch eine Pflegestufe notwendig ist.

Anspruch auf Betreuungsleistungen

Auch wenn keine Einstufung in eine Pflegestufe erfolgt, so haben Menschen mit einer erheblich eingeschränkten Alltagskompetenz einen Anspruch auf Betreuungsleistungen, wobei auch hierfür ein Antrag bei der Pflegekasse zu stellen ist. Die zusätzlichen Betreuungsleistungen werden in 2 Gruppen eingeteilt, abhängig vom Schweregrad der Beeinträchtigung. Wird der Betroffene in Gruppe 1 eingestuft, so erhält er einen sogenannten Grundbetrag von 100 Euro monatlich bzw. 1.200 Euro jährlich. Ist die Beeinträchtigung höher, so gilt die Gruppe 2, was als erhöhter Betrag bezeichnet wird. Hier sind Leistungen von bis zu 200 Euro monatlich möglich, was einem Betrag von insgesamt 2.400 Euro jährlich entspricht.

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