Erbe ausschlagen – Schulden zu hoch

Es ist nicht ein Glück zu erben und nicht selten ist das Erbe ausschlagen besser, zumindest wenn die Schulden zu hoch sind.

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Nicht immer macht es Sinn zu erben manchmal ist es aufgrund der Schulden besser das Erbe auszuschlagen. Laut einer Studie der BHW Bausparkasse werden allein 400.000 Immobilien jedes Jahr vererbt, wobei die Erben in den seltensten Fällen die vererbten Immobilien selbst benutzen wollen. Rund 75 Prozent der Erben sind im Alter zwischen 44 und 65 Jahren und haben in vielen Fällen schon eine eigene Immobilie. Deshalb wollen diese auch die vererbte Immobilien in der Regel verkaufen oder vermieten.

Immobilien können auch nicht vermietbar sein Doch liegt die Immobilie in Regionen wo eher die Einwohnerzahl abnimmt kann dieses Vorhaben schwierig werden. Nicht selten sind solche Immobilien nicht vermietbar und auch nicht verkaufbar. Wenn dann noch Instandhaltungsmaßnahmen dringend notwendig sind oder die Immobilie noch mit Schulden belastet ist, kann es manchmal besser sein wenn man das Erbe ausschlägt. Bevor man das Erbe antritt sollte man sich darüber erkundigen wie die Vermietbarkeit von Immobilien in dieser Gegend generell ist und welche Belastungen direkt auf der Immobilie noch sind und ob dann eventuelle Sanierungen anstehen.

Nicht zu lange Zeit lassen Allerdings kann man sich leider nicht zu lange Zeit lassen mit dem Erbe, denn nachdem ein Erbe informiert wurde muss er sich innerhalb von 6 Wochen entscheiden ob er ein Erbe antritt oder ausschlägt. Sobald das Nachlassgericht den Erbschein ausgestellt hat, kann man bei den Banken nachprüfen welche Kontostände aktuell bestehen und auch über den Umfang von Verbindlichkeiten informieren. Auch das ausstellen des Erbscheins kann einige Wochen dauern, so kann der Erbe im Zweifel die Erbschaft zunächst antreten und hat dann nochmal eine 3 monatige Frist. In den 90 Tagen kann er dann immer noch beim Nachlassgericht eine so genannte Nachlassbeschränkung beantragen, wenn er feststellt dass die Schulden das Vermögen übersteigen. Dann würde es zu einem Nachlassinsolvenzverfahren kommen, wo dann die Verbindlichkeiten nur aus dem Erbe befriedigt werden. Problematisch wird es wenn das Erbe nicht ausgeschlagen wird und es stellen sich erst später finanzielle Verpflichtungen heraus, denn dann kann man sich wohl nur noch mit viel Glück von den Schulden befreien. Eine Beratung von einem Fachmann ist in Erbschaftsfragen nicht verkehrt und kann offene Fragen klären.

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