Direktes Investment – Vorsicht beim Anleihekauf

Warum über Bank und Börse investieren? Direktes Investment ist auf dem Vormarsch, wie bei der Wiener Feinbäckerei. Hier gibt es seit neuestem außer Brot und Brötchen auch noch Anleihen bei der Bäckerei-Fachverkäuferin. Das eigene Kapital direkt bei Unternehmen anzulegen birgt aber auch Risiken.

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Das frische Brötchen gehört zum Sonntagsfrühstück einfach dazu. Und auch sonst ist der Gang zum Bäcker in Deutschland Alltag. Da kauft man Brot, Kuchen, süße Stückchen oder belegte Brötchen in der Mittagspause. Was man bisher beim Bäcker eher nicht besorgte, waren Wertpapiere. Wie soll man sich die auch vorstellen? Die Brot-Tüte als Aktiendokument? Verkneifen Sie sich lieber das Lachen. Denn die Anleihe bzw. direktes Investment beim Bäcker ist jetzt bei der Wiener Feinbäckerei Realität geworden.

Statt goldgelber Brötchen, goldene Nase

Seit 120 Jahren gibt es sie, die Wiener Feinbäckerei. 350 Filialen in ganz Deutschland und an die 70 Millionen jährlich gebackene Brötchen machen die Bäckereikette zu einer der Top-Ten-Bäckereibetriebe in unserer Republik. Aber – wie so viele andere Unternehmen auch – hatte die Wiener Feinbäckerei in den letzten Jahren zu kämpfen. Jetzt stehen die Zeichen hier aber wieder auf Wachstum. Nur, wie soll man an das notwendige Geld kommen. Die Verantwortlichen haben eine brillante Idee. Sie holen sich das notwendige Kapital direkt vom Kunden. Wer also statt goldgelbe Brötchen, sich lieber eine goldene Nase verdienen will, sollte am Brezelschalter zum direkten Investment greifen, denn zur Schrippe. Das konkrete Angebot: Bei einer Anleihe mit einer Laufzeit von fünf Jahren – ab 1.000 Euro zu haben – erhält man sieben Prozent Zinsen. Also hat der 1.000-Euro-Anleger nach der vereinbarten Laufzeit 350 Euro plus gemacht.


Hohe Rendite bedeutet riesiges Risiko

Was so verlockend wie lockerer Bienenstich klingt, ist so riskant wie Pflaumenkuchen mit Sahne im Hochsommer. Denn der Grundsatz: Hohe Rendite gleich hohes Risiko gilt bei der direkten Investition wie in allen anderen Investment-Bereichen. Ob Bäckerei, Metzger oder Reifenhändler: Geht die Direkt-Investment-Rechnung nicht auf, droht vielleicht sogar eine – Gott bewahre – Insolvenz, ist schlimmstenfalls die ganze angelegte Kohle futsch. Experten raten deshalb, die direkte Investition doch stark zu begrenzen und nur einen kleinen Teil des eigenen Vermögens anzulegen. Außerdem gilt es sich hier, wo es keine Kontrolle durch andere Finanzmarktteilnehmer gibt, ganz genau über das Unternehmen, die Produkte, das Geschäftsmodell, seine Historie und ähnliches zu informieren. Sonst wird’s am Schluss nichts mehr aus dem Sonntagsbrötchen – mangels Mitteln.

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