Die Perücke von der Krankenkasse

Das Alter, aber auch Krankheiten oder Therapieformen können Haarausfall verursachen. In einigen Fällen übernehmen die Krankenversicherer dann die Kosten für eine Perücke.

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Schönes Haar ist dir gegeben, lass es Leben mit … So hieß vor vielen Jahren der Werbejingle zu einem bekannten Haarpflegemittel. Leider geht es nicht jedem so, dass er mit einer wunderbaren Haarpracht gesegnet ist. Mann verliert sie oft einfach so mit den Jahren, Frauen häufiger aufgrund einer Krankheit oder deren Behandlung. Das Selbstbewusstsein leidet aber – Ursache hin oder her – bei beiden Geschlechtern gleichermaßen.

Glatze durch Krankheit

Christa Breit leidet an Spiegeltumoren. Das sind Wucherungen, die nach außen so wie nach innen wachsen. Bei der rüstigen Rentnerin haben sich die Tumore auf dem Kopf gebildet, einer neben dem anderen. Eine enorme psychische Belastung, denn mit ihrem dünnen, feinen Haar lassen sich die Geschwüre nur mehr schwer abdecken. Nun musste sie sich auch noch einer Operation unterziehen, bei der einige der Knoten entfernt wurden. Dafür ließ die 65jährige noch mehr Haar. Nun hat sie eine zehn Zentimeter lange Narbe auf dem Oberkopf und das Haar reicht auch nicht mehr zum Verdecken der Resttumoren.

Männer sind auch ohne Haar schön?

Zum Glück ist in dem Hilfsmittelkatalog ihrer gesetzlichen Versicherung die Perücke aufgenommen. Das heißt, die Kasse beteiligt sich an den Kosten für den Haarersatz. Das ist nicht immer so. Zahlen die meisten Versicherer das haarige Hilfsmittel bei Frauen, Kindern und Jugendlichen nach einer Verschreibung durch den Arzt, werden erwachsene Männer hier ganz klar diskriminiert. Selbst klagen vor Gericht half in vielen Fällen von betroffenen Haarlosen nicht. Die Richter gehen wie die Kassen auch davon aus, dass Haarlosigkeit bei Männern keine Ausnahme ist. Eine Glatze entstelle die Herren der Schöpfung – im Gegensatz zu Frauen – nicht, auch wenn der Haarausfall auf eine Krankheit zurückzuführen ist.

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