Die Härtefallregelung macht Zahnersatz möglich

Zahnersatz ist für viele gesetzlich Versicherte ein unbezahlbarer Luxus. In manchen Fällen kann man aber auf die so genannte Härtefallregelung bauen.

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Schon die kleinsten in unserer Gesellschaft lernen, wie wichtig die Zahnpflege ist. Vor allem im Hinblick auf die Kosten, die entstehen, wenn man später Zahnersatz wie Brücken, Implantate oder Prothesen braucht, ist das auch sinnvoll. Denn für viele, die darauf angewiesen sind, ist die notwendige zahnmedizinische Behandlung ein – im wahrsten Sinne des Wortes – unbezahlbarer Luxus.

Unschöne Lücken
Die Zahnschmerzen waren kaum auszuhalten. Das zarte Pochen am unteren Eckzahn hatte am frühen Abend begonnen und sich über die Nacht zu einem kaum zu ertragenden Dauerschmerz gesteigert. Nach einer qualvollen Nacht stand die junge Frau am frühen Morgen in der Zahnarztpraxis ihres Vertrauens. Kaum auf dem Stuhl war der leider nicht mehr zu rettende Zahn auch schon gezogen. Die Schmerzen waren weg, dafür klaffte jetzt eine unschöne Lücke im Unterkiefer. Zahnersatz musste her. Beim nächsten Termin erhielt sie einen Kostenvoranschlag und konnte kaum glauben, wie hoch ihr Eigenanteil sein sollte. Das konnte sie sich beim besten Willen nicht leisten. Und so wie dieser Patientin, geht es heutzutage vielen. Wer aber unter einem bestimmten Monatseinkommen liegt, kann bei seiner gesetzlichen Kasse einen Härtefallantrag stellen.

Standard statt Luxus Seit 2005 erhalten Patienten, die einen Zahnersatz brauchen, nur noch einen festgelegten Betrag als Festzuschuss von der gesetzlichen Kasse. Jeder, der den gleichen Befund hat, bekommt auch den gleichen Betrag, unabhängig von den tatsächlich entstehenden Kosten; 50 Prozent der medizinisch notwendigen Versorgung zahlt die Kasse, der verbleibende Rest muss vom Mitglied selbst getragen werden. Wer eine höherwertige Versorgung möchte – z. B. ein Implantat statt der Standardbrücke – erhält den Festzuschuss für die Standardversorgung und muss den Rest drauflegen.

Härtefallantrag Tatsächlich ist es so, dass viele eine teurere Behandlung gar nicht bezahlen können. Schon der Eigenanteil am Standard ist für gesetzlich Versicherte kaum zu finanzieren. In manchen Fällen kann man aber bei der zuständigen Krankenkasse einen Härtefallantrag stellen. Das Stichwort lautet hier „unzumutbare Belastung“. Diese ist dann erreicht, wenn die Bruttoeinnahmen bei Singles bei maximal 1.022 Euro liegen. Mit einem Angehörigen erhöht sich dieser Betrag auf 1.405,25 Euro, für jeden weiteren Angehörigen kann man 255,50 Euro draufrechnen.


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