Condomi Aktien vom Handel ausgesetzt

Ein merkwürdige Geschichte um die Condomi AG

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Eine verrückte Geschichte um die Aktie der Condomi AG, die vom Handel ausgesetzt ist bei 56 cent. Zu den besten Zeiten kostete die Condomi Aktie 31,50 Euro. Im Jahr 1999 ging die Condomi AG an die Börse. Oliver Gothe Gründer der Firma Condomi AG sah im Jahr 2001 gar die Weltmarktführerschaft für sein Unternehmen, die Condomi Aktien waren zu besten Zeiten mehr 30 Millionen Euro wert.


Keine Geschäftszahlen

Inzwischen hat Gothe Schulden, seine Firma befindet sich in fremder Hand. Seit Jahren wird von der Condomi AG keine Geschäftszahlen mehr vorgelegt, was gegen das Wertpapierhandelsgesetz verstößt sowie gegen das Handelsgesetzbuch. Mahnungen und Ordnungsgelder der Deutschen Börse bleiben ohne Antwort und werden nicht bezahlt.
Nach dem Jahr als die Condomi AG an die Börse ging sauste die Aktien in die Höhe und der Kurs war teilweise das 250 fache des Gewinns wert. Die Condomi AG war damals in mehreren Ländern tätig und bekommt da auch regelmäßig Großaufträge.

Produktionskosten – Kalkulation zu niedrig

Ein Fehler war wohl die Kalkulation von Gothe der mit Produktionskosten von einem 1 Cent pro Kondom kalkulierte. Bei einem Verkauf wie zum Beispiel in Nigeria für 3 cent pro Kondom sicherlich ein annehmbares Geschäft, nur die Herstellung der Kondome war dann doch teuerer als erwartet. So machte die Condomi AG aus 40 Prozent der Umsätze, die aus Staatsaufträgen kamen, kein Gewinn. Zudem wurden in der Zeit der Internet Hysterie von Gothe Millionenbeträge in Medienpartnerschaften und Unternehmen gesteckt. Der Absturz vieler Firmen damals dürfte jedem bekannt sein.


Sanierung Condomi geplant

Im Jahr 2003 hatte die Condomi AG etwa 37 Millionen Verbindlichkeiten und die Insolvenz stand kurz bevor, bis sich aus Polen Grzegor Winogradski meldete, der Vorstandschef von Unimil, die Firma die Condomi übernommen hatte. Sein Vorschlag war, an der heimischen Börse Geld zu besorgen und die Schulden der Condomi AG zu übernehmen. Gothe war skeptisch hatte allerdings keine andere Wahl als zuzustimmen. Zu Beginn des Jahres 2005 kauf Unimil die Verbindlichkeiten Condomis für 16 Millionen Euro von den Gläubigerbanken. Geplant war die komplette Sanierung der Condomi AG, nur die Vorschläge aus Polen sahen anderes vor.

Schulden aber kein operatives Geschäft mehr

Winogradski verlangt das Condomi die Markenrechte und Kundenverträge an Unimil überschreibt und will auch die Mehrheit der Kondomfabrik in Erfurt. Unimil ist allerdings nicht bereit im Gegenzug auf alle Forderungen gegenüber Condomi zu verzichten. So hätte Condomi also noch Schulden aber kein operativer Geschäft mehr um diese abzuarbeiten. Ende April tritt Gothe als Vorstand der Condomi AG zurück. Condomi legt keine Geschäftszahlen vor und eine Hauptversammlung gibt es auch nicht. Inzwischen ist Marcus Sühling von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger tätig und hat gegen sämtliche Organe der Gesellschaft Strafanzeige gestellt. Auch das Finanzamt Köln Nord hat als Gläubiger einen Insolvenzantrag gegen die Condomi AG gestellt.

Aktie aus dem Handel genommen

Seit diesem Insolvenzantrag haben sich plötzlich die Tagesumsätze mit der Condomi Aktien vervierfacht bis die Deutsche Börse Ende Februar die Aktie der Condomi AG aus dem Handel nahm. Merkwürdig ist auch noch, dass die australische Firma Ansell im Februar 40,5 Millionen Dollar für Unimil bezahlte, einiges mehr als Unimil vor dem Deal mit Condomi überhaupt wert war. Schlussendlich werden die Zeche die Condomi Aktionäre bezahlen. Das was und warum wird wohl sicherlich nie ganz an die Öffentlichkeit kommen.

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