Bürgerliches Gesetzbuch regelt Fehlzeit wegen krankem Kind

Privatversicherte haben kein Anrecht auf Kinderkrankheitstage durch die Krankenversicherung, wenn der Nachwuchs krank ist. Dank eines Paragrafen des Bürgerlichen Gesetzbuches gehen sie trotzdem nicht leer aus.

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So ein kleines Kindergartenkind ist ständig krank. Laufende Nasen, Husten, Halsweh, Fieber – Infekte liegen bei den Mäusen bis zu zehn Mal im Jahr durchaus im normalen Rahmen. Für viele Angestellte wird das schnell zum Problem. Denn der Nachwuchs will betreut, umsorgt und verpflegt werden. Wer hier keine Oma hat oder auf keinen Babysitter zurückgreifen kann, muss selbst zu Hause bleiben.

Gesetzlich besser abgesichert

Wer mit Kind gesetzlich versichert ist, hat das Recht zehn Tage zu Hause zu bleiben – je Elternteil. Bei zwei Kindern verdoppelt sich dieser Zeitraum. Je mehr Kinder desto mehr Tage. Alleinerziehende erhalten die gesamte Eltern-Krankheits-Zeit. Allerdings erhalten die Betreuenden nicht ihr volles Gehalt, sondern nur 70 maximal 90 Prozent Kinderkrankentagegeld im Erkrankungszeitraum – und das auch nur, wenn das Kind unter 12 Jahre alt ist, keine andere Betreuungsmöglichkeit besteht und die Betreuung notwendig ist. Das belegt man am besten durch ein Attest des Arztes.


Privatversicherte haben weniger Glück

Privatversicherte haben dieses Anrecht nicht. Trotzdem ist auch für sie gesorgt. Laut dem Paragraf 616 des Bürgerlichen Gesetzbuchs dürfen Arbeitnehmer in Notfällen fünf Tage bei Lohnfortzahlung zu Hause bleiben. Neben z. B. Hochzeit, Todesfällen von engen Verwandten oder Gerichtsterminen ist so ein Notfall eben auch die Krankheit eines Kindes. Bevor man sich hierauf allerdings verlässt, sollte man im Arbeitsvertrag nachlesen oder den Arbeitgeber fragen. Denn einige Unternehmen schließen diesen Paragraphen heute im Arbeitsvertrag aus. Und dann bleibt dem Elternteil des kranken Mäuschens nur noch Urlaub zu nehmen.

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