Blogger dürfen in die Künstlersozialkasse – Zeitalter Internet

Die Künstlersozialkasse entwickelt sich Richtung Internet weiter. Gut für Blogger, die sich jetzt auch über sie versichern kann.

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Zwar sind wir Deutschen das Volk der Dichter und Denker, aber dennoch bleibt die Kunst in der Regel ein brotloses Vergnügen. Vor allem für den Künstler. Die meisten sparen wo sie können. In früheren Zeiten waren es dann oft die Beiträge für Kranken- und Rentenversicherung, die dem Rotstift zum Opfer fielen. Natürlich können aber auch Kunstschaffenden krank werden und alt. Was dann?


Web-Künstler haben’s schwer

Im Jahr 1981 wurde deshalb das Künstlersozialversicherungsgesetz verabschiedet. Hier können sich seither freischaffende und selbstständige Künstler gesetzlich pflichtversichern. Was Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung angeht sind diese dann ähnlich gestellt wie Arbeitnehmer, sie müssen nur noch ungefähr die Hälfte der Beiträge selbst tragen. Den Rest übernimmt die Künstlersozialkasse (KSK), die ihre Gelder zum Teil von Unternehmen, die freie Künstler beauftragen (z. B. Verlage, Werbeagenturen) zum Teil auch vom Staat erhält. Mitglied in der KSK zu werden ist aber gar nicht so einfach. Vor allem für Künstler aus dem World Wide Web war es bisher schwierig.

Jetzt geht es Richtung WWW

Jetzt muss die KSK umdenken. Eine Entwicklung hin zu den Internet-Medien steht bevor. Wurde im Jahr 2005 bereits entschieden, dass sich Web-Designer über die KSK versichern können, dürfen sich jetzt auch die Blogger freuen. Denn dieser Tage fiel beim 3. Senat des Bundessozialgerichts ein internetrichtungsweisendes Urteil, in einem seit 2005 tobenden Rechtsstreit. Geklagt hatte ein Mann, der seine Brötchen mit der Vermarktung einer Website verdient. Hauptargument des Informationsdienstleisters war, dass die Qualität der auf seiner Seite veröffentlichten Beiträge für den Erfolg der Seite und damit sein finanzielles Auskommen wesentlich sei. Jetzt endlich bekam er Recht. Das Gericht teilte seine Argumentation und hat damit den Weg in die KSK für Online-Journalisten und Blogger geebnet. Allerdings ist die Aufnahme in die KSK immer noch davon abhängig, dass deren Beiträge auf der eigenen Website kostenlos veröffentlicht werden. Außerdem muss die Seite über Werbung z. B. sogenannte Banner finanziert werden.

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