Billigversicherung PKV wird durch Leistungslücken zum teuren Spaß

Zum 1. Klasse-Patienten dank Schnäppchen-Versicherung. Experten raten von einer Billigversicherung in der PKV besonders im Krankenversicherungsbereich ab. Denn hier gibt es große Versorgungslücken und die können den Versicherten teuer zu stehen kommen.

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Wer was auf sich hält, versichert sich privat. Was für ein Gefühl muss es sein, beim Facharzt anzurufen und auf die Frage: „Sind Sie privat versichert.“ Mit: „Ja, selbstverständlich!“ antworten zu können. Mal ganz abgesehen davon, dass man schneller einen Termin bekommt als man das Wort Privatversicherung ausgesprochen hat. Zum Glück, denken nun viele, ist durch die Gesundheitsreform der Wechsel in die PKV erleichtert worden. Nur vor einer Billigversicherung in der PKV warnen die Experten.

Wechsel leicht gemacht

Statt dreijähriger Wartezeit kann man jetzt schon nach einem Jahr wechseln, wenn man die – gesenkte – Jahresarbeitsentgeltgrenze von 50.850 Euro (jahr 2012) erreicht hat. Das freut die Wechselwilligen und die Versicherer gleichermaßen. Das Angebot orientiert sich wie überall an der Nachfrage. Der Wettbewerb ist also eröffnet. Ein Versicherungsschnäppchen jagt das andere. Hier kann man sich für knapp 60 Euro versichern, dort wird man für unter 100 Euro zum 1. Klasse-Patient. Ja, da lohnt es sich doch der gesetzlichen Krankenkasse den Rücken zu kehren und mit wehenden Fahnen Privatversicherter zu werden. Aber: Augen auf beim Abschluss.

Psychotherapie nicht im Leistungsangebot

Denn nicht jedes Billigangebot hält, was es augenscheinlich verspricht. Tests der Stiftung Warentest zeigen jetzt, dass Schnäppchentarife meist in den Leistungen hinterherhinken. Was vermeintlich günstig klingt, wird dann ganz schnell teuer, wenn man einen Teil der Arzt- und Behandlungskosten selbst bezahlen muss. So reduzieren die Versicherer hier häufig den erstattungsfähigen Gebührensatz. Kostet die Behandlung mehr, ist die Rechnung des behandelnden Arztes höher, muss der Patient in die eigenen Tasche greifen. Heilmittel (z. B. Physiotherapie, Krankengymnastik u. ä.) oder Psychotherapie sind im Leistungsspektrum oft gar nicht enthalten.


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