Betriebliche Eingliederung – BEM ist Pflicht

400 Euro täglich kostet ein langzeitkranker Arbeitnehmer sein Unternehmen, eine betriebliche Eingliederung ist Pflicht. Mit dem Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) kann man einer erneuten Erkrankung vorbeugen.

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Der Mensch wird krank, das gehört zum Leben einfach dazu. Da hat man einen Schnupfen, dort leidet man mal unter Kopfweh und so manch einer wird tatsächlich mal von einer bösen Grippe erwischt. Eine Krankmeldung flattert dem Arbeitgeber ins Haus. Der freut sich nicht, ist aber auch nicht so furchtbar besorgt. Solche Befindlichkeiten gehen ja auch wieder vorbei. Anders sieht das aus, wenn ein Mitarbeiter plötzlich dauerhaft krank ist. Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems, der Psyche (wie Depressionen) oder des Stoffwechsels (Diabetes) können dazu führen, dass ein Angestellter für längere Zeit krankgeschrieben wird.

Dauerhaft krank

Ein kranker Mitarbeiter aber ist für ein Unternehmen immer schwierig. Vor allem dann, wenn seine Fehlzeit anwächst. Durch diese so genannten Langzeiterkrankte entstehen für den Arbeitgeber ganz verschiedene Probleme. Da geht zu allererst einmal eine ganze Menge Know-How des kranken Arbeitnehmers flöten, trotzdem muss natürlich der Lohn fortgezahlt werden. Dauert die Krankenzeit an, muss möglicherweise sogar Ersatz gesucht werden oder Umstrukturierungen im Betrieb selbst werden notwendig. Und natürlich auch für den Mitarbeiter selbst sind andauernde Fehlzeiten unangenehm. Läuft der Betrieb einfach weiter, fühlt er sich ersetzlich, hat Angst um seinen Arbeitsplatz und sorgt sich natürlich darum, ob er dem allgemeinen Stress nach der Krankheit noch gewachsen ist.


Einfach wieder Einsteigen

Um beiden Seiten die Rückkehr ins gemeinsame Arbeitsleben zu erleichtern, sind Unternehmen seit 2004 für Beschäftigte die länger als sechs Wochen krank sind verpflichtet, ein Eingliederungsmanagement anzubieten. Ein Patentrezept dafür gibt es bisher nicht. Aber bewährt hat sich z. B., den Mitarbeiter zeitlich stufenweise wieder einzubinden. Möglicherweise muss man den Arbeitsplatz selbst neu gestalten oder aber auch ein neues Arbeitsfeld für den Zurückkehrenden schaffen. Neben den umfangreichen Aufgaben und Verpflichtungen, die sich hieraus für den Arbeitgeber ergeben, entstehen durch die Wiedereingliederung auch Chancen für die Unternehmen. Denn wer mit seinen Mitarbeitern sozial verantwortungsbewusst umgeht, wird für Arbeitskräfte attraktiver und bindet außerdem eingearbeitete Mitarbeiter an sich. Seminare zur betrieblichen Wiedereingliederung bietet zum Beispiel die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) an.

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