Beitragsschock für private Krankenversicherung

Eine Beitragserhöhung in der privaten Krankenversicherung ist für Betroffene immer ärgerlich

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Die Beitragsaussichten für 2017 treiben den privat Krankenversicherten derzeit den Schockschweiß auf die Stirn.

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Privat versichert, weil günstig?

Viele Deutsche, vor allem die Jüngeren unter uns, haben sich in den letzten Jahren für eine private Krankenversicherung entschieden. Der Grund hierfür: Sie sind – zumindest anfangs – oft günstiger. Zum Beispiel dann, wenn man sich gerade selbstständig macht. Neben den günstigeren Konditionen profitieren die Versicherten natürlich aber auch von dem vermeintlich besseren Service: Einzelzimmer im Krankenhaus, Chefarzt-betreuung und schnellere Terminvereinbarung beim Facharzt. Im kommenden Jahr müssen die privat Versicherten nun aber eine riesige finanzielle Kröte schlucken.

Prämiensteigerung der Extraklasse

Ungefähr sechs Millionen Privatpatienten müssen Beitragserhöhungen der Extraklasse hinnehmen. Aufgerufen sind derzeit Prämiensteigerungen um bis zu 12 Prozent. 50 Euro monatlich und mehr belasten dann die Haushaltskasse – im Namen der Gesundheit. Die von der Kostensteigerung Betroffenen sollen im November dieses Jahres informiert werden. Laut dem Verband der Privaten Krankenversicherung liegt die Ursache in der anhaltende Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank.

Die Europäische Zentralbank hat Schuld

Die Privaten Krankenversicherer legen einen Teil der Beitragsgelder verzinslich an. 2015 erzielte die PKV im Branchendurchschnitt für ihre Versicherten eine Verzinsung von immerhin noch über 3,5 Prozent. Da solche Erträge aber nicht dauerhaft möglich sind wie sich jetzt zeigt, müssen die PKV-Unternehmen ihre Zinserwartungen nun vorsorglich zurückschrauben. Für die Versicherten führt dies zu einem Anstieg der Beiträge. Denn was am Kapitalmarkt nicht zu erwirtschaften ist, muss – so ist es gesetzlich vorgeschrieben – durch eine Erhöhung der Vorsorge ausgeglichen werden. Davon sind Privatversicherte jetzt also ebenso betroffen wie andere Sparer auch, wobei die Beitragsanpassung unmittelbar ihre eigene medizinische Versorgung der Zukunft sichert. Hinzu kommt außerdem die bei vielen Versicherern gestiegenen Aufwendungen für medizinische Leistungen. Beide Effekte zusammen werden in einigen Tarifen zu untypisch starken Beitragserhöhungen führen.

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