Beitragserhöhung für Bestehende PKV Verträge

Neukunden bezahlen mehr durch Unisex und bestehende Verträge in der privaten Krankenversicherung werden durch die niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt ebenso teurer.

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So ziemlich jedes Portal hat schon über die Unisex Tarife geschrieben und die damit verbundenen höheren Beiträge für Männer, deshalb wird das hier auch nur noch am Rande erwähnt. Die private Krankenversicherung hat allerdings ein ganz anderes Problem, der auch die Bestandsverträge betreffen könnte. Der niedrige Zins am Kapitalmarkt bringt alle Unternehmen in Bedrängnis, deshalb werden die Unternehmen aller Voraussicht nach, den Rechnungszins von 3,5 auf 2,75 Prozent absenken. Wird der Rechnungszins gesenkt, muss es eine Beitragserhöhung geben, damit die gleichen Rückstellungen für das Alter erreicht werden.

Neukunden und Bestandsverträge

Bei den Neukunden der privaten Krankenversicherung wird die Beitragserhöhung zusammen mit der Einführung der Unisex Tarife am 21.12.2012 an die Kunden weitergegeben. Man rechnet bei Neukunden mit bis zu 10 Prozent höheren Beiträgen durch den niedrigen Zins am Kapitalmarkt. Durch diese Erhöhung der Beiträge wird es auch für die private Krankenversicherung schwieriger Neukunden noch zu bekommen. Später könnte eine Absenkung des Garantiezinses auch die Bestandsverträge treffen und Beitragserhöhungen nach sich ziehen.

Garantiezins bei 3,5 Prozent

Der Garantiezins für die private Krankenversicherung liegt seit Jahren schon bei 3,5 Prozent. Bisher hatten die Versicherer auch kaum Probleme diesen Zins Jahr für Jahr zu erreichen, doch der anhaltend niedrige Zins am Kapitalmarkt, bringt inzwischen einige Versicherer in Bedrängnis. Im letzten Jahr haben die Krankenversicherer noch im Schnitt über 4 Prozent Zins erreicht. Kann eine Gesellschaft den Rechnungszins von aktuell 3,5 Prozent nicht mehr erreichen, kann dieser auch laut den Geschäftsbedingungen abgesenkt werden. Im letzten Jahr haben das 2 Gesellschaften getan und diese Zahl könnte in diesem Jahr übertroffen werden.

PKV verwaltet ein großes Vermögen

Die private Krankenversicherung verwaltet mit 146 Milliarden Euro ein Riesen Vermögen, deshalb ist auch die Abhängigkeit vom Kapitalmarkt normal. Aber die private Krankenversicherung hat so oder so schon mit den Problemen von steigenden Beiträgen zu kämpfen und da würde aktuell eine Beitragserhöhung, durch einen Rechnungszins der gesenkt wird, zum falschen Zeitpunkt kommen. Außerdem hätten dann andere Versicherer einen Vorsprung beim Wettbewerb und das will auch kaum einer der großen Krankenversicherer.

Männer in die PKV noch vor dem 21.12.2012

Für Männer, die sich heute schon fest dazu entschlossen haben in die private Krankenversicherung zu wechseln, lohnt es sich vor dem 21.12.2012 in die PKV zu wechseln. Dadurch entgeht er aktuell den teuren Tarifen durch die Umstellung und auch der Erhöhung der Beiträge durch den Rechnungszins. Wenn er vorher einen Tarif abschließt, hat er Bestandsschutz und muss nicht in die teuren Tarife wechseln. Die Absenkung des Rechnungszinses könnte ihn allerdings auch noch treffen, dann wenn die Bestandsverträge mit einbezogen werden.


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