Bei Lebendorganspende zahlt die Empfängerkrankenkasse

Wer das Leben eines nahen Angehörigen durch eine Organspende retten kann, tut dies in den meisten Fällen auch. Die Rede ist dann von einer Lebendspende. Der Spender erhält von der Krankenkasse des Empfängers eine Erstattung seines Verdienstausfalls.

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Das Leben geht oft verschlungene Wege. Mitunter sind diese von Tragik und Schmerz geprägt. Besonders schlimm ist es, wenn enge Angehörige schwer krank werden. Man sitzt am Krankenbett, betet um Besserung und hofft auf Heilung. In manchen Fällen kann nur eine Organspende das Leben retten. Derzeit warten in Deutschland ca. 12.000 Menschen auf einen solchen Eingriff. Allerdings gibt es im Verhältnis zum Bedarf nur wenige transplantierbare Organe. Wo eine Lebendspende möglich ist, wird diese dann zum letzten heilbringenden Strohhalm.

Familienangehörige sind gefragt
Besonders häufig und daher auch bekannt sind Nierentransplantationen. Von diesem Organ hat einjeder zwei. Auf eines zu verzichten und dieses zu spenden ist durchaus möglich. Denn auch mit einer Niere kann man gut leben. Deshalb wird, wenn eine neue Niere gebraucht wird, meist erst im Familienkreis gefragt und untersucht. Hat man erst einen Spender gefunden, ist fast immer Eile angesagt. Wer aber trägt die Kosten, die für den Eingriff beim Spender entstehen und die sich daraus ergebende Folgekosten?

An die Sozialversicherungen denken
Grundsätzlich gilt: Die Krankenversicherung des Spenders ist hier nicht leistungspflichtig, da ja in der Tat keine Erkrankung des Nierenlebendspenders vorliegt. Daher hat er auch kein Anrecht auf eine Lohnfortzahlung oder Krankengeld. Die Kosten für die medizinische Aufklärung, den Eingriff selbst sowie die nachfolgende Behandlung des Spenders werden von der Krankenkasse des Empfängers getragen. Anfallende Reisekosten werden meist nicht bezahlt, allenfalls erhält der Organspender eine – oft nur anteilige – Entschädigung für seinen Verdienstausfall.

Verlust der Sozialversicherungen
Ist der Spender in der Folge selbst berufsunfähig oder gar pflegebedürftig springen die Rentenversicherung bzw. die entsprechende Pflegeversicherung ein. Für den Spender gilt auch zu bedenken, dass es bei einer Arbeitsunfähigkeit, die sich über einen längeren Zeitraum erstreckt möglicherweise zu einem Verlust der Sozialversicherungen kommen kann, wenn die notwendigen Beitragszahlungen nicht mehr geleistet werden können.

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