Bei Erhöhung des Zusatzbeitrags gilt Sonderkündigungsrecht

Die Nachrichten zum Thema Gesundheitssystem reißen nicht ab. Leider sind sie nur selten gut. Jetzt sorgen sich die ersten Experten um massive Erhöhungen des erst 2010 eingeführten Zusatzbeitrag. Aber: Keine Panik, bei Erhöhungen gilt für den Versicherte ein Sonderkündigungsrecht.

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No news are good news. So könnte man titeln, wenn man über die jüngst verabschiedete Gesundheitsreform schreibt. Seit sie durch ist, jagt eine Schreckensmeldung die nächste. Die neueste Hiobsbotschaft ist sicher, dass die Deckelung der Zusatzbeiträge der gesetzlichen Versicherungen aufgehoben wurde. Die Zusatzbeiträge wurden erst 2010 eingeführt, um den gesetzlichen Kassen die Möglichkeit zu geben, eventuelle finanzielle Deckungsdefizite zu überbrücken. Da schluckten die Versicherten bereits.

Gesundheit: Ein teurer Luxus

Und jetzt kommt alles noch schlimmer. Denn, war der Zusatzbeitrag anfangs noch auf maximal acht Euros monatlich begrenzt, liegt jetzt die Höhe allein im Ermessen der jeweiligen Krankenkasse. Und die müssen auf ihre wirtschaftliche Finanzdecke achten. Allein durch die Erhöhung auf einen generellen Krankenkassenbeitrag von 15,5 Prozent für 2011, ist diese sicher nicht dick genug zu halten. Deshalb fürchten Experten jetzt, das die Höhe des Zusatzbeitrags ab nächstem Jahr förmlich explodieren könnte. Der Angstschweiß macht sich breit auf der Stirn der gesetzlich Versicherten, wenn sie Prognosen hören von: „100 Euro monatlich zusätzlich zum normalen Krankenkassenbeitrag werden in der Zukunft nicht selten sein.“ Was bleibt einem da nur?


Nehmen Sie Reißaus! Wechseln Sie die Kasse

Vor allem heißt es erstmal Ruhe bewahren. Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Und noch ist auch gar nix passiert. Dennoch sollte man sich natürlich auf den Ernstfall vorbereiten. Am wichtigsten ist es deshalb, sich im Vorfeld schon umfangreich darüber zu informieren, welche Möglichkeiten man hat. Den Zusatzbeitrag einfach nicht zu zahlen, gehört nicht zu den sinnvollen Optionen. Denn die Kassen verstehen hier keinen Spaß mehr. Wer nicht pünktlich zahlt, muss mit Säumniszuschlägen und Strafgeldern rechnen. Eine Möglichkeit, die jeder Versicherte hat, ist der Wechsel der Krankenkasse. Das geht dank des so genannten Sonderkündigungsrechts, das dann greift, wenn die gesetzliche Versicherung erstmalig einen Zusatzbeitrag verlangt oder ihn erhöht. Ebenfalls kündigen kann man als gesetzlicher, wenn der Versicherer vereinbarte Rückerstattungen nicht zahlt oder reduziert. Eine Kündigung ist dann immer zu dem Zeitpunkt möglich, an dem die Veränderungen in Kraft treten. Allerdings gibt es auch arme Teufel, die nicht kündigen können. So sind Mitglieder mit Wahltarifen für drei Jahre mit ihrem Versicherer auf Gedeih und Verderb verbunden.

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