Befristeter Arbeitsvertrag – zeitlich begrenzt

In Zeiten wie diesen ist jeder froh, einen Job zu haben. Das der Arbeitsvertrag oft nur befristet ist, ist zwar schade, aber besser als arbeitslos. Allerdings ist der Trend nun nicht mehr aufzuhalten. An die 50 Prozent aller Arbeitsverträge sind heute zeitlich begrenzt.

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Über ein Jahr hatte er jetzt einen neuen Arbeitsplatz gesucht. Bewerbung auf Bewerbung geschrieben. Wenn er überhaupt etwas hörte, waren es Absagen. Meist kam noch nicht einmal die teure Mappe zurück. Verzweiflung machte sich breit. Die junge Familie mit ihren zwei kleinen Kindern drehte jeden Cent zweimal um. Und dann endlich ein Vorstellungsgespräch. Alles lief gut. Der Industriekaufmann bekam eine Zusage. Allerdings – und das war der Wermutstropfen – war der Arbeitsvertrag erstmal auf ein Jahr befristet. Im Klartext hieß das: ein halbes Jahr Probezeit und dann sechs Monate fest angestellt. Und dann?

So flexibel ist der Arbeitgeber

Fast 50 Prozent aller Neueinstellungen bekommen dieser Tage nur noch einen befristeten Arbeitsvertrag. Hier unterscheidet man zwischen einer Befristung ohne sachlichen und mit sachlichem Grund. Ein sachlicher Grund könnte z. B. sein, dass eine bestimmte Arbeitsleistung vom einstellenden Betrieb nur vorübergehend benötigt wird oder dass der neue Arbeitnehmer nur zur Vertretung (z. B. als Mutterschaftsvertretung) eingestellt wird. Interessant für den Arbeitsmarkt ist aber eher die Befristung ohne sachlichen Grund.

Zeitlich befristen

Neuverträge zeitlich zu befristen gibt dem Arbeitgeber die Möglichkeit seine Personalplanung flexibel an die Bedürfnisse seines Unternehmens anzupassen. Dabei muss er allerdings beachten, dass eine Befristung von Arbeitsverträgen nur für eine Gesamtdauer von zwei Jahren zulässig ist. Innerhalb dieses Zeitraums darf er diese insgesamt dreimal verlängern. Und das auch nur, wenn der Mitarbeiter nicht schon zu einem früheren Zeitpunkt im Unternehmen beschäftigt war. Ausnahmen gelten z. B. für Firmengründer. Diese dürfen Arbeitsverhältnisse in einem Zeitraum von vier Jahren – auch mehrfach – befristen.

Eine Chance auf Festeinstellung

Wer nun einen befristeten Arbeitsplatz ergattert hat, ist in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten natürlich erstmal froh. Wenn auch mit einem weinenden Auge. Denn natürlich ist es für den Arbeitnehmer so nicht möglich dauerhaft vorauszuplanen. Auf der anderen Seite besteht ja immer noch die Option nach Ablauf der zwei Jahre in ein festes und unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen zu werden. Wenn nicht, geht es leider wieder auf die Suche nach dem Traumjob.

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