Basistarif der PKV macht Mitglieder zum 3. Klasse-Patienten

Unser Gesundheitssystem ist weltweit einzigartig. Jeder wird medizinisch versorgt, weil wir das Prinzip der Sozialversicherungspflicht haben. Wirklich jeder? Wer genauer hinsieht, entdeckt: Im Basistarif der PKV kann man leicht zum 3. Klasse-Patienten werden.

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Es war ja eine wirklich gute Idee: Die Einführung des Basistarifs in der privaten Krankenversicherung. So können Menschen schnell und unkompliziert Mitglied einer privaten Versicherung werden. Denn die Versicherer sind verpflichtet, im Basistarif Mitglieder ohne Gesundheitsprüfung aufzunehmen. Das kann für Menschen z. B. dann wichtig sein, wenn sie als Mitglied einer privaten Versicherung plötzlich arbeitslos werden und sich den normalen Tarif nicht mehr leisten können.

Wenig Gesundheitsluxus

Durch den Basistarif sollten also alle Menschen in Deutschland in den Genuss einer medizinisch ausreichenden Versorgung kommen. Die Kosten für diesen leider zweifelhaften Gesundheitsluxus belaufen sich maximal auf den Höchstbeitrag der gesetzlichen Kassen genauso wie sich die privaten Versicherer an deren Leistungskatalog orientieren. Wer jetzt aber glaubt, ob Basistarif oder anderes: Hauptsache privat versichert, ist auf dem gesundheitlichen Holzweg. Als Privatversicherter im Basistarif scheint man – so zeigen die verschiedensten Erfahrungsberichte – nur wenig vom sonst so üblichen Gesundheitsluxus zu haben.


Patienten werden abgelehnt

Im Gegenteil, immer wieder kommt es vor, dass Ärzte die so versicherten Patienten ablehnen. Sie behandeln diese oft nur im Notfall. Das liegt unter anderem daran, dass die Gebührensätze, die die Mediziner bei der Behandlung von Basisversicherten abrechnen dürfen, sehr niedrig sind. Deshalb fühlt man sich schon als Dritte-Klasse-Patient, wenn man ein Gebührensatzblatt beim Arzttermin vorzeigen muss, anstatt sich mit der Versicherungskarte ausweisen zu dürfen. Wer als Basistarif-Versicherter Terminglück hatte, sollte die Abrechnung genau prüfen. Denn einige Mediziner halten sich nicht wirklich genau an die Gebührenvorgaben.

Im Zweifelsfall muss Patient zahlen

Der Patient muss dann im Zweifelsfall draufzahlen. Einer Meinung sind Ärzte und Patienten weitgehend darin, dass man als im Basistarifversicherter keinesfalls krank werden darf. Denn die Gefahr, dass man bei der richtigen Behandlung zuzahlen muss, ist groß. Wer also eine private Basistarif-Mitgliedschaft umgehen kann, sollte das tun. Oder aber eine eiserne Gesundheit haben. Sonst wird man womöglich nur noch im Notfall behandelt und das nicht mal vom Lieblingsarzt.


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