Autodiebstahl – Verlorener Schlüssel kostet Versicherung

Wer einen Autoschlüssel verliert, sollte Diebstahl-Vorkehrungen treffen. Sonst kann das den Versicherungsschutz kosten.

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Der 12jährige Philipp hatte kürzlich seinen Fahrradschlüssel verloren. Der Vater – der offensichtlich selbst noch nie etwas verloren hatte – reagierte besonnen. „Tja, wer seinen Schlüssel verliert, der braucht auch kein Fahrrad mehr.“ Superreaktion! Zumal der Junge stundenlang erfolglos gesucht hatte. Dann aber schlauerweise mit einem zweiten Schloss dafür gesorgt hatte, dass zumindest niemand der den verlorenen Schlüssel findet, das Rad hätte mitnehmen können.

Zusätzlich sichern ist Pflicht

Das war sehr klug. Klüger, als so mancher Erwachsener, die ja durchaus auch mal einen Schlüssel verlieren. So wie die junge Frau, die beim Aussteigen aus ihrem Auto des Fahrzeugschlüssels verlustig ging. Sorglos griff sie zum Ersatzschlüssel. Für sie war die Welt in Ordnung – der Verlust schnell vergessen. Hocherfreut war der kleine Junge, der den verlorenen Schlüssel fand und eine kleine Spritztour mit dem Wagen unternahm. Mit der Folge, dass ein Schaden von 1.500 Euro entstand. Doch wer sollte den denn nun zahlen?

Grob fahrlässig, wer nicht an Schutz denkt

Selbstverständlich sollte die Versicherung der Fahrzeughalterin für den Schaden aufkommen. Allerdings sah die das anders. Sie unterstellte der Autofahrerin grob fahrlässiges Verhalten. Die entsetzte Fahrzeughalterin ging vor Gericht – und scheiterte. Denn die Richter sahen das ähnlich, wie die Versicherung. Wer einen Schlüssel verliert, muss dafür Vorsorge tragen, dass das Auto nicht so ohne weiteres gestohlen werden kann. Nicht von einem Neunjährigen und nicht von einem echten Autodieb. Die Versicherung musste den entstandenen Schaden also tatsächlich nicht regulieren. Die Frau blieb auf den Kosten sitzen (Az.: 6 S 79/10).

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